Handykauf: Nicht ärgern, nur wundern

Martina Bachler über Konsumnebenwirkungen.

Basejumps aus der Jackentasche, Langstreckenflüge durchs Wohnzimmer, Überschwemmungen - alles kein Problem. Doch der Handytod kam. Unerwartet, an einem Samstagvormittag. So ein Handykauf sollte keine komplizierte Sache sein, dachte ich, klickte mich online durch ein paar Angebote und warf schließlich den Mantel über, weil sich ein paar Dinge von Mensch zu Mensch vielleicht einfacher klären ließen. Dachte ich. Bis ich beim Mobilfunkanbieter meines Vertrauens im Shopneonlicht stand, versuchte, dem Geratter des Verkäufers zu folgen und mit dem Kopfrechnen nachzukommen und irgendwann realisierte: Die wollen ja gar nicht, dass ich ihr Kunde bleibe.

Was ich will, bekommen nur Neuzugänge, wollte ich es trotzdem, sollte ich halt woanders anheuern. "Ist überall so“, sagte der Verkäufer, "außer …“ Worauf die nächste Aufzählung von Optionen folgte, die ich in den unendlichen Weiten des Mobilfunks auf gar keinen Fall unausgeschöpft lassen sollte, "außer …“ Was tun? Resignieren und mich über den Tisch ziehen lassen? Mich zukünftig im Handy-Totalverzicht üben? Zugeben, dass ich lieber mehr für vertrauensvollen Service zahlen würde, statt mich durch dieses Prozedere zu quälen? Nicht doch. Nach der nächsten Runde strategischer Fragen kam der Verkäufer ins Schwitzen und ich erst der Rage, dann aber der Lösung nahe. Dachte ich.

Bis klar war: Das gewünschte Modell ist gar nicht da.

- Martina Bachler