Großes Küchentheater: Herbert Hacker über das Chef's Table in Wien

Die meisten Feinschmecker wissen, was ein Chef’s Table ist: ein in der Küche – direkt beim Chefkoch – platzierter Tisch, von wo aus das gesamte Küchengeschehen beobachtet werden kann. Früher war dieser pri­vilegierte Tisch meist Freunden des ­Hauses oder prominenten Gästen ­vorbehalten.

Jetzt gibt es erstmals einen Chef’s Table, der zum Restaurant geworden ist. Koch Oliver Scheiblauer und die Moderatorin und Slow-Food-Repräsentantin Barbara van Melle haben ein gastronomisches Ausnahme­konzept verwirklicht. So wurde die Küche des Cateringunternehmens von Scheiblauer in Strebersdorf zu einem Restaurant mit 38 Sitzplätzen umgebaut. Man sitzt also direkt in der Küche – unter Schweinwerfern, bei leiser Musik und hautnah am Geschehen. Geöffnet ist nur einmal im Monat, an drei aufeinander folgenden Tagen. Die Plätze können – ähnlich wie im Theater – im Internet gebucht werden ( www.chefs-table.at ) , wobei gleich zu sehen ist, wie viele Tische an den jeweiligen Abenden noch frei sind.

Zu essen gibt es hauptsächlich Slow-Food-Produkte in Form eines mehrgängigen Menüs mit Weinbegleitung. Ein herrliches Tatar von der Äsche etwa oder ein wirklich grandioser Schweinsbraten vom „Mistelbacher Strohschwein“. Es sind so seltene Produkte wie „Wachauer Safran“, „Weingartenpfirsiche“ oder „Waldviertler Blond­vieh“, die zu feinen Kompositionen und Gerichten verarbeitet werden. Der Chef’s Table ist fast wie ein Theaterstück inszeniert. Eine originelle Idee – gut ­umgesetzt und mit viel Potenzial.

Name: Chef's Table
Adresse: 1210 Wien, Tel. +43/1/407 81 19
Öffnungszeiten: dreimal im Monat
Preise: 150 Euro pro Person, inklusive Wein

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