Gourmettipp: "Riedenburg“ in Salzburg

Die Riedenburg in Salzburg war einmal ein richtiger Feinschmeckertreff; mit einem richtig guten Koch am Herd: Richard Brunnauer hat dort Spitzenwertungen in allen Restaurantführern erobert. Dann hat er das Haus verlassen, ist als neuer Pächter und Küchenchef in das nahegelegene "Magazin“ übersiedelt. Dort wird er seither ebenfalls gefeiert. Die Riedenburg wurde danach geschlossen. Seit knapp zwei Wochen ist sie wieder offen: Mit einem neuen Pächter und Koch in Personalunion. Helmut Schinwald und seine Frau Nicole haben der Burg neues Leben eingehaucht, die Einrichtung wurde weitgehend belassen, wie sie war, auch der Name "Riedenburg“ ist geblieben.

Helmut Schinwald ist ein Freund des kochenden TV-Haudegens Alfons Schuhbeck, deshalb stehen schon im Empfangsraum dessen Kochbücher und Trockengewürzmischungen herum.

Gekocht wird in der Riedenburg jetzt anders. Sehr anders. Schinwald will etwas weniger hoch hinaus, das gelingt ihm besser, als ihm wahrscheinlich lieb ist. Frühlingssalat mit sautierten Scampi, ein Dutzendgericht. Gebackenes Kalbsbries auf Belugalinsen: das Bries bröselig, die Mischung an und für sich fragwürdig. Reinankenmedaillons in Pergamentpapier gegart: gute Idee, schrecklich umgesetzt, der Fisch trocken, die Schwarzwurzeln dazu steinhart. Und dann noch das Lammkotelett mit Ossobuco und Polenta: die Sauce erinnert an Convenience-Produkte, die Polenta wurde mit Trüffelöl aufgemotzt. Jeder ernst zu nehmende Koch macht einen großen Bogen um Trüffelöl.

Hier wird augenscheinlich nicht mehr mit dem Anspruch auf großes Kino gekocht. Aber muss es gleich ein B-Movie sein?

NAME: Riedenburg
ADRESSE: 5020 Salzburg, Neutorstraße 31
TELEFON: 0662/830815
PREISE: Vorspeisen bis 15, Hauptspeisen bis 28 Euro
WEB: www.riedenburg.at

- Herbert Hacker