Gourmettipp: „Immervoll“ in Wien-Währing

Gourmettipp: „Immervoll“ in Wien-Währing

Wortspiele mit Eigennamen sind grundsätzlich nicht sonderlich elegant. Es sei trotzdem gestattet. Als Siegfried Immervoll noch in der Weihburggasse in Hanno Pöschls Lokal kochte, war selbiges tatsächlich so gut wie immer voll. Daran hat sich auch nach seinem Abgang nichts geändert. Das einstige „Immervoll“ heißt seither „Gasthaus Pöschl“, und Koch Immervoll übernahm in Sulz im Wienerwald ein altehrwürdiges Ausflugslokal, änderte den Namen von Postschänke auf Immervoll und stellte dann fest, dass er auch hier nicht allzu lange verbleiben möchte.

Jetzt gibt es in Wien wieder ein „Immervoll“, und zwar am Bischof-Faber-Platz im 18. Bezirk, dort, wo früher die „Schwarze Katze“ war. Siegfried Immervoll steht wieder in der Küche, zusammen mit der Inhaberin Elisabeth Sattlegger. An der Einrichtung wurde nicht viel geändert, außer dass jetzt die Bilder des Kochs an der Wand hängen. Was man davon halten sollte, ist nicht Aufgabe dieser Kolumne, hier geht es doch eher ums Essen. Und das hat sich von der Küchenlinie gegenüber den früheren Immervoll-Stationen nicht allzu sehr verändert. Hauptsächlich Wiener Klassiker in allen Varianten – von Beinfleisch bis Zwiebelrostbraten –, aufgelockert durch italienische Gassenhauer wie Büffelmozzarella mit Tomaten und Penne all’arrabbiata.

In Sachen Qualität konnte die frühere Form allerdings noch nicht erreicht werden. Die Rindsuppe brav, die getoasteten Schwarzbrotscheiben mit warmem Rindermark keine tolle Kochleistung, aber gut, der Schweinsbraten ganz passabel, das Kalbsrahmherz mit Bandnudeln und Kapern eher fad und die Steinpilzteigtaschen in einer undefinierbaren Pampe ziemlich geschmacklos. Auch bei der Weinauswahl ist noch viel Luft nach oben.

NAME: Immervoll
ADRESSE: 1180 Wien, Bischof-Faber-Platz 8
TELEFON: 01/80 40 73
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 12–24, So. 10–24 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 12,50, Hauptspeisen bis 14,90 Euro
WEB: www.gasthaus-immervoll.at

- Herbert Hacker

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten