gourmettipp: Herbert Hacker
Taj-Mahal-Zeit!

Herbert Hacker über das „Indus“ in Wien.

Indisch essen gehen in Wien? Nein, danke, dann doch lieber Sushi. Aus nur schwer erklärbaren Gründen haben sich in Wien nie wirklich gute indische Restaurants etablieren können. Sieht man vom winzigen Indian Pavilion am Wiener Naschmarkt ab, so fristet diese Küche schon seit geraumer Zeit ein eher liebloses Dasein. Deshalb war die Frage nach dem besten indischen Restaurant der Stadt bislang nur schwer zu beantworten. In einem Meer an Belanglosigkeit das Beste herauszufinden ist gar nicht so einfach. Doch seit heuer im Frühjahr das Indus aufgesperrt hat, ist aus diesem Lokal inzwischen ein echter Anwärter auf die Nummer eins unter Wiens Indern geworden. Dabei ist Lokalchef Iftikhar Chattha eigentlich gebürtiger Pakistani, sein Koch hingegen stammt aus Nordindien.
Das Indus kommt erfreulicherweise nicht nur ohne den üblichen indischen Einrichtungskitsch aus, es bietet tatsächlich eine einschlägige Küche auf einem in Wien konkurrenzlosen Niveau. So ist etwa das Hühnercurry mit Mango (Murgh Mango Curry) nicht ohne Grund das meistverkaufte Gericht des Hauses. Hühnerfleisch wird aber auch auf südindische Art (Murgh Madras) in Kokossauce mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und grünen Chilis hervorragend gekocht.
Köstlich und weit besser als bei den meisten anderen Indern in Wien gerät auch das einfache Lammcurry (Daal Gosht) oder die etwas schärfere und kompliziertere Variante Lahore Karahi Gosht. Und selbst der kulinarische Indien-Gassenhauer Tandoori-Huhn aus dem Tonofen schmeckt hier raffi nierter als üblich. Dass die Weinauswahl hauptsächlich aus einem indischen „Angoori aus Mahrashtra“ besteht, ist hingegen weniger berauschend, weshalb man sich eher ein Mango-Lassi oder indisches Bier bestellen sollte.

NAME: Indus
ADRESSE: 1030 Wien, Radetzkystraße 20, Tel. 01/713 43 44
ÖFFNUNGSZEITEN: täglich 11–14.30, 18–23 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 7,50, Hauptspeisen bis 14,50 Euro

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