gourmettipp: Herbert Hacker
Best Schnitzel in Town

Die Frage wird gar nicht so selten gestellt: Wo gibt es in Wien ein wirklich gutes Schnitzel? Natürlich fallen einem sofort ein paar Namen ein, allen voran die Meierei des Steirer­ecks im Stadtpark. Seit kurzem aber gibt es in Wien-Mariahilf ein neues ­Lokal, in dem ein Wiener Schnitzel fabriziert wird, wie man es an so einem Ort nicht vermuten würde. Denn das Finkh am Beginn der Esterházygasse wirkt nämlich auf den ersten Blick wie ein unscheinbares Studentenlokal, in dem so manches geboten wird – nur kein gutes Essen.

Die Einrichtung ist so karg wie die eines Luftschutzbunkers und das Durchschnittsalter des Personals liegt wohl nur knapp oberhalb der Volljährigkeitsgrenze. Dennoch wird hier höchst anspruchsvoll gekocht. Und das verdanken wir dem 21-jährigen Elias Zenzmaier, der in der Küche mutterseelenallein am Herd steht. Seine lauwarme Räucherforelle mit Kräutern ist noch relativ brav, seine Gurkenkaltschale mit Räucherfischtartar hingegen ein echter Genuss. Wirklich Aufsehen erregend aber gelingt ihm ein „Maishuhn auf seinem Futter mit mediterra­nem Gemüse“. Dahinter verbirgt sich eine genial saftige Hühnerbrust mit cremiger Polenta – eine Meisterleistung.

Und dann wäre da eben noch das Schnitzel vom Kalb – in der Pfanne gebraten, mit knuspriger Panier, in einer Art, wie man es nur höchst selten vorgesetzt bekommt, und mit realistischen Chancen auf den Titel „Best Schnit­zel in Town“. Woher der Mann das kann? Ganz einfach. Trotz seines zarten Alters hat Zenzmaier in Salzburg bereits einige Zeit in der Riedenburg und im Carpe Diem bei Jörg Wörther gekocht. Erfreulich, dass sich ein derart talentierter Koch nicht zu gut ist, ein wunderbares Schnitzel anzufertigen. Einziges Manko: Die Weinauswahl ist etwas sehr karg ausgefallen.

Name: Finkh
Adresse: 1060 Wien, Esterházygasse 12, Tel: 01/913 89 92
Öffnungszeiten: Mi.–So. 10–2 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 8,80, Hauptspeisen bis 14,60 Euro

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