Gourmettipp: Café Ansari in Wien

Wundersame Praterstraße. Einst wohnten hier die Noblen und Reichen, später ist dieser Prachtboulevard zu einer öden Durchzugsstraße verkommen, geprägt von einem eigenartig tristen Charme.

Gourmettipp: Café Ansari in Wien

Ein kleines Stück am Anfang, nahe der Schwedenbrücke, hat sich in den vergangenen Monaten jedoch auf wundersame Weise zu einem schicken und hippen Viertel gewandelt. Als dann noch das kleine Lokal namens Mochi aufsperrte, gehypt wie kaum ein anderes Restaurant in Wien, wurde das Viertel endgültig zu einem Biotop der ewig Jungen und Kreativen.

Der unwiderstehliche Reiz am Mochi: eine ausnehmend gute Küche und die Tatsache, dass jeder, der hier einen Tisch will, wochenlang darauf warten muss. Inzwischen hat das Mochi einen Schanigarten und damit deutlich mehr Kapazität. Mitte dieses Sommers ist überdies ein Nachbarlokal hinzugekommen, das Café Ansari gleich nebenan. Die beiden Gärten der angrenzenden Lokalitäten gehen fast fließend ineinander über, es scheint, als sei dieser Teil der Praterstraße zu einem einzigen gastronomischen Freilufttheater geworden.

Und was kann das Café Ansari? Zunächst ist es ziemlich groß, architektonisch so karg, dass es von der Klientel automatisch als schön empfunden wird. Die jungen Kellnerinnen ziehen gemächlich durchs Lokal, so als würden sie nur zufällig anwesend sein. Die Küche ist georgisch, jedenfalls exotisch und auf erfrischende Weise nicht mediterran. Der Vorspeisenteller für zwei Personen macht einen guten Überblick möglich. Lammkoteletts und geschmortes Rindfleisch sind nicht aufregend, aber in Ordnung. Alles in allem ein nettes Lokal – aber auch nicht viel mehr. Ideal aber, um hier zu warten, bis nebenan im Mochi ein Tisch frei geworden ist.

NAME: Café Ansari
ADRESSE: 1020 Wien, Praterstraße 15
TELEFON: 01/276 51 02
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 8–22 Uhr
PREISE: VS 3,90 bis 9,20, HS 8,20 bis 18,60 Euro
WEB: cafeansari.at

- Herbert Hacker