Gourmet-spezial: Die neuen Aufsteiger im "Falstaff 2012"

Wie alle Jahre sorgt der diese Woche erschienene "Falstaff Restaurantguide“ auch heuer wieder für Gesprächsstoff in der Branche. Wie immer um diese Zeit wurde mit Spannung erwartet, wie das Publikum jene Restaurants bewertet, die ansonsten von Profitestern unter die Lupe genommen werden.

Diesmal wartet der Guide mit echten Rekordzahlen auf. 17.000 Tester bewerteten insgesamt 1.400 Restaurants und gaben dafür mehr als 200.000 Votings ab. So viel wie noch nie.

Zu den Vorjahressiegern, dem Wiener Steirereck und dem Ikarus in Salzburg, gesellten sich diesmal noch zwei weitere Betriebe auf das Siegerpodest: das Landhaus Bacher in Niederösterreich und das Restaurant von Silvio Nickol im Wiener Palais Coburg.

Mit dem Luxusrestaurant des Deutschen Silvio Nickol hat nicht nur Wien einen neuen Schlemmertempel in der Oberliga hinzugewonnen - der Starkoch ist auch der absolute Aufsteiger des Jahres. In nur einem Jahr hat er es in der Gunst der "Falstaff“-Tester auf 99 von maximal möglichen 100 Punkten gebracht.

Auffallend im "Falstaff“-Guide: Insgesamt wurden wesentlich mehr Lokale und Restaurants auf- als abgewertet. Darunter auch Betriebe, die noch eher unbekannt sind. So hat etwa der Höllerwirt im oberösterreichischen Altmünster ( www.hoellerwirt.at ) gleich neun Punkte zugelegt. Der junge Wirt und Küchenchef Markus Höller betreibt das etwas entlegene Gasthaus mit großem Engagement und ist momentan eines der hoffnungsvollsten Kochtalente in ganz Oberösterreich. Ein Küchenchef, von dem noch einiges zu erwarten ist - und ein Lokal, das noch weitgehend als Geheimtipp gilt.

Deutlich aufgewertet wurde auch Hubert Wallner vom See Restaurant Saag in Techelsberg am Wörthersee ( www.saag-ja.at ). Das im Jahr 2010 von Robert Glock, Sohn des Pistolenproduzenten Gaston Glock, eröffnete Lokal mit grandioser Seeterrasse hat sich in kürzester Zeit zu einem kulinarischen Hotspot am Wörthersee entwickelt.

Ähnliches gilt für das Cortisen am See, ein schickes Boutique-Hotel in St. Wolfgang im Salzkammergut. Das trendige Designerhaus hat durch die herausragenden Küchenleistungen von Bernhard Reiter heuer 90 Punkte - und damit drei von vier "Falstaff“-Gabeln - erhalten.

In der Steiermark konnte sich unter anderem ein bekannter Spitzenkoch neuerlich steigern: Gerhard Fuchs vom Kreuzwirt am Pössnitzberg erhielt zwei Punkte mehr und liegt damit sogar unter den ersten fünf der Österreich-Gesamtwertung. Ein Sprung zur absoluten Gourmet-Elite des Landes. Und in Salzburg konnte das unvergleichliche Toro Toro zulegen - mit Abstand Österreichs bester Spanier.

Zusätzlich zum Österreich-Guide in Buchform stellt "Falstaff“ auch noch eine Bewertung internationaler Schlemmertempel in 24 europäischen Business-Metropolen ins Internet ( www.falstaff.at ). Auch die internationale Version wartet diesmal mit vielen Aufsteigern auf. Im Unterschied zu Österreich wurden in Paris und London auch Restaurants mit dem Maximum von 100 Punkten bewertet. Darunter der allmächtige Alain Ducasse in seinem Pariser Prachttempel Plaza Athénée.

- Herbert Hacker

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