Google ist nicht die Welt

Google ist nicht die Welt

Die Gattin des deutschen Ex-Bundespräsidenten Wulff will ihren guten Ruf wieder herstellen, mit allen juristischen Mitteln. Vor Jahren streuten vermutlich politische Kontrahenten Gerüchte einer Rotlichtvergangenheit. Wulff ist nicht mehr im Amt, die Geschichte dennoch kein Schnee von gestern.

Wer den Namen der früheren deutschen First Lady heute bei Google eingibt, bekommt automatisch die Suchkombination PROSTITUIERTE und ESCORT vorgeschlagen. Google kann diese Automatismen natürlich beeinflussen, will es im Falle von Wulff trotz aller eidesstattlichen Erklärungen ihrerseits aber nicht tun.

Die automatischen Vorschläge der Suchmaschine richten sich nach den am meisten gesuchten Begriffen, argumentiert Google. Es wird sich zeigen, ob diese Argumentation vor Gericht hält, zumal Google in anderen Fällen Vorschlagsworte offensichtlich ausblendet. Wer schon einmal am Online-Pranger hingerichtet wurde, hat wenig Angst, gegen einen Internetgiganten anzutreten. Gleichgültig, wie die Richter entscheiden, solche Prozesse sind gut, um sich den gebotenen kritischen Blick auf das Netz wieder einmal in Erinnerung zu rufen.

Google ist nicht die Welt, Google ist nicht die Wahrheit, auch wenn das viele glauben wollen.

Barbara Mayerl

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