Geschenke ohne Reue

Was man heute noch zu Weihnachten schenken darf, ohne die eigene Karriere zu gefährden.

Früher war Schenken so einfach: Wer wusste, bei welchem Wein der Geschäftspartner ins Schwärmen gerät oder welchen Kunstband er schon lange suchte, hatte keine Schwierigkeiten, den Weihnachtsmann zu spielen.

Heute hingegen ist mit jeder Gabe die Angst verbunden, die eigene Karriere und die des Beschenkten zu ruinieren. Denn nach den zahlreichen Korruptionsskandalen der letzten Jahre lassen Geschenke schnell den Verdacht der Bestechung aufkommen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man Präsente auswählen, die höchstens 100 Euro kosten - und damit die aktuell geltende Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten, empfiehlt Heidemarie Paulitsch von der Wiener Kanzlei Schönherr und ergänzt: "Von Geldgeschenken ist in jedem Fall abzusehen.“

Wer darüber hinaus sichergehen will, dass das Weihnachtspäckchen nicht doch Verlegenheit stiftet, sollte auf der Karte die Zeilen hinzufügen, dass die Aufmerksamkeit auch zurückgeschickt werden kann. Denn für Geschäftspartner oder Kunden gibt es keine klaren gesetzlichen Vorgaben, ab welcher Höhe es kniffelig wird. "Sie müssen überlegen, wie stark sie durch das Geschenk in ihren Entscheidungen beeinflusst werden“, sagt Paulitsch. Der Strafrahmen im Bestechungsfall beträgt bis zu zwei Jahren. Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, Compliance-Regeln zu erlassen, in denen auch das Thema Geschenke geregelt ist. Besonders streng agieren hier US-Konzerne, die oft jegliche Gaben verbieten. Paulitsch: "In Österreich sieht man das etwas lockerer.“

- Vanessa Voss

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