Geldtipp der Woche: Weltweit auf der Jagd nach hohen Renditen

Geldtipp der Woche: Weltweit auf der Jagd nach hohen Renditen

Eine alte Anlegerregel lautet, dass Aktien langfristig höhere Erträge bringen als Anleihen. Doch wie bei jeder Regel gibt es Ausnahmen.

Ein Beispiel ist der Bawag PSK Global High Yield Bond (ISIN AT0000729397). In den vergangenen zehn Jahren erzielte der Anleihenfonds eine jährliche Durchschnittsrendite von 7,2 Prozent und schlägt damit im Dauertest jeden Bawag-Aktienfonds. Kurzfristig fällt das Ergebnis sogar noch besser aus: Auf Fünfjahresbasis lag die Jahresrendite bei 8,4 Prozent, im Schnitt der vergangenen drei Jahre sogar bei 11,0 Prozent.

Baring am Werk

Das Grundprinzip des Fonds hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. Ungefähr die Hälfte des Fondsvermögens wird in Staatsanleihen von Schwellenländern angelegt, der verbleibende Rest in Anleihen von Unternehmen mit schwächerer Bonität, die zum Ausgleich besonders hohe Zinsen zahlen.

Solche Investments sind naturgemäß mit einem erhöhten Risiko verbunden. Doch bisher gelang es dem Fondsmanagement, einem externen Team der britisch-niederländischen Gesellschaft Baring, den Fonds relativ unbeschadet durch alle Krisen zu steuern. Einerseits werden die Kurse der Papiere, die in Dollar oder Pfund notieren, grundsätzlich gegenüber dem Euro abgesichert. Andererseits hat es das Fondsmanagement offensichtlich geschafft, die richtigen Einzeltitel zu kaufen und etwaigen Problemfällen bei Hochzinsanleihen weitgehend auszuweichen: Seit 2002 endete nur das Jahr 2008 mit einem negativen Ergebnis. Damals verlor der Fonds 4,1 Prozent, machte das aber im folgenden Jahr mit plus 29,1 Prozent mehr als wett. Wie gut die Risikokontrolle funktioniert, zeigt auch der Vergleich des Kursverlaufes mit dem Durchschnitt ähnlich anlegender Fonds (siehe Chart).

Im Segment der Schwellenland-Staatsanleihen bildet Peru derzeit mit 5,1 Prozent die größte Position, gefolgt von Mexiko, Bulgarien und Indonesien. Bei den Unternehmensanleihen ist das Kapital wesentlich breiter gestreut, nur eine Anleihe ist mit mehr als einem Prozent gewichtet. Hintergrund: Bei Staatsanleihen ist das Ausfallsrisiko deutlich kleiner als bei Hochzinsanleihen von Unternehmen. Zu den bekannteren Einzeltiteln gehören die italienische Fiat Industrial, die deutsche HeidelbergCement, die ungarische Mol und die britische Thames Water.

6,5 Prozent Zinsen

Wer jetzt in den Fonds einsteigt, investiert in Anleihen mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 6,5 Prozent. Das entspricht einem Zinsaufschlag gegenüber gleich lang laufenden Papieren von sicheren Euro-Staaten von immerhin 5,5 Prozent - ein ziemlich großer Sicherheitspolster, falls doch einmal die eine oder andere Emission im Fonds in Schieflage gerät. Wegen der stärker schwankenden Jahresergebnisse sollte man den Fonds zur Sicherheit mit einem Zeithorizont von mindestens drei Jahren, besser jedoch von mehr als fünf Jahren halten und außerdem nur als Beimischung im Depot betrachten.

Fazit: Entscheidend bei Hochzinsanleihen ist die Risikokontrolle. Das Management des Bawag-Fonds hat seit langem bewiesen, dass es sein Handwerk versteht, und sollte auch künftige Herausforderungen gut meistern.

- Martin Kwauka

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