Geldtipp der Woche: Italiens Misere macht
den Umstieg leichter

Die Ratingagenturen stiften weiter Unruhe. Seit vergangenen Dienstag ist es amtlich, dass die Kreditwürdigkeit Italiens von der Agentur Standard & Poor’s um eine Stufe nach unten revidiert wurde.

Dass Italien ökonomische Probleme hat, ist offensichtlich, liegt doch das Verhältnis von Staatsschulden zur Wirtschaftsleistung (BIP) bei 120 Prozent, während die Reparatur der Staatsfinanzen nur zögerlich angegangen wird. Im direkten Vergleich mit Italien nehmen sich die Schuldenquoten vieler Schwellenländern bescheiden aus. In Brasilien liegt die Relation von Staatsschulden zum BIP bei 67 Prozent, in Indien mit seit 2005 rückläufiger Tendenz bei 71 Prozent, in China gar nur bei 17 Prozent.

Angesichts der Verschuldungssituation der entwickelten Welt und der Unklarheit, wie es in der Eurozone weitergeht, sollten Investoren einen Teil ihres Geldes in Fonds anlegen, die Anleihen aus den Schwellenländern kaufen. Neben den höheren Zinsen, die mit solchen Papieren im Vergleich zu sicheren Anleihen der AAA-Staaten Deutschland und Österreich zu erzielen sind, können Schwellenländeranleihenfonds von Währungsgewinnen profitieren.

Ein solides Produkt, das nur Papiere in Lokalwährungen hält, ist der Aviva Emerging Markets Local Currency Bond (ISIN LU0273494806), der unter Mitarbeit der Anleihenexpertin Anne-Sophie Girault in den vergangenen drei Jahren 25,3 Prozent Ertrag brachte. Aktuell sind Anleihen von Brasilien, Polen, Mexiko, Indien und Südafrika im Depot am höchsten gewichtet. Auf Seite der Währungen rechnet Expertin Girault mit Aufwertungen des Philippinischen Peso und des Thailändischen Baht. Um dem möglichen Anstieg der Inflation in manchen Schwellenländern entgegenzuwirken, sind aktuell rund zehn Prozent des über 660 Millionen schweren Fonds in inflationsgebundene Anleihen investiert. Girault plant, diesen Anteil in nächster Zeit noch weiter aufzustocken.

- Robert Winter

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