Geldtipp der Woche: Drei Abkürzungen bei Einmal-Polizzen

Der Gesetzgeber erlaubt bei Einmalerlägen mehrere Ausnahmen von der 15-Jahres-Frist.

Seit heuer gilt für Lebensversicherungs-Einmalerläge eine um fünf auf 15 Jahre verlängerte Mindestlaufzeit. Wird diese nicht eingehalten, drohen massive steuerliche Nachteile wie eine von vier auf elf Prozent angehobene Versicherungssteuer. Vielen Kunden sind aber 15 Jahre zu lang, die Assekuranzen merken einen deutlichen Absatzrückgang. Es gibt aber einige Schlupflöcher, um der langen Frist zu entgehen. Erstens gelten die 15 Jahre nicht für Polizzen mit laufender Einzahlung. Man könnte dabei zum Beispiel vereinbaren, dass man fünf Jahre lang Prämien einzahlt und das Geld dann nach zehn Jahren herausnimmt. Auch kürzere Vertragslaufzeiten sind denkbar, allerdings machen Verträge unter fünf bis sechs Jahren schon aus Kostengründen wenig Sinn.

Altverträge aufstocken

Eine zweite elegante Möglichkeit ist das Aufstocken eines bereits früher abgeschlossenen Einmalerlags. Der Fiskus toleriert maximal eine Verdoppelung der ursprünglichen Prämie. Wer also zum Beispiel vor fünf Jahren 10.000 Euro für zehn Jahre Laufzeit eingelegt hat, kann noch einmal 10.000 Euro dazulegen. Trotzdem kann das gesamte Vermögen im Jahr 2016 entnommen werden, ohne dass Strafsteuern fällig werden. Übrigens kann man auch mit der Versicherung vereinbaren, die Laufzeit nach Ablauf der steuerlich relevanten Behaltedauer beliebig zu verlängern. Es gibt dafür keine neue steuerliche Mindestbindung.

Drittens gibt es auch für diejenigen, die jetzt einen 15-jährigen Einmalerlag abschließen, eine kleine Marscherleichterung. Bei Einmalerlägen ist es nämlich steuerlich unbedenklich, bis zu 25 Prozent des investierten Betrags vorzeitig zu entnehmen. Das macht sich zum Beispiel der neue Einmalerlag „ Active Capital Duo 12/2026“ der Bank Austria Versicherung zunutze. Wer 10.000 Euro einzahlt, kann 2.500 Euro bereits im Dezember 2019 entnehmen. Die feststehende Restauszahlung von 14.800 Euro erfolgt dann im Dezember 2026. Natürlich kann man auch den Gesamtbetrag zum Schluss entnehmen, dann beträgt die Auszahlung 18.000 Euro. Das entspricht einer Sparbuchrendite von 5,2 Prozent vor KESt.

- Robert Winter

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