Geldtipp der Woche: Die richtige Taktik für Ouzo- und Rioja-Krise

Geldtipp der Woche: Die richtige Taktik für Ouzo- und Rioja-Krise

Warum manche Staatskrisen mit dem Beinamen alkoholischer Getränke versehen sind, ist unklar. Mitte der 1990er-Jahre ging die wirtschaftliche Schieflage von Mexiko als „Tequila-Krise“ in die Annalen ein. Seit geraumer Zeit wird das ökonomische Dilemma in Griechenland mit „Ouzo-Krise“ umschrieben, Anfang der Woche spitzte sich die Lage in Spanien weiter zu. Gut möglich, dass deshalb nun die Bezeichnung „Rioja-Krise“ die Runde machen wird.

Im Lichte der neuerlichen Verwerfungen an den Finanzmärkten sind Anleger jedenfalls gut beraten, die Entwicklungen der nächsten Wochen und Monate abzuwarten. Trotz der verzwickten Lage sollte man aber auf der Rechnung haben, dass die Börsen immer wieder für Überraschungen gut sind.

Das hat sich bereits im 1. Quartal gezeigt, als etwa der Deutsche Aktienindex (DAX) und die 500 größten US-Aktien des S&P-500-Index den jeweils besten Jahresstart seit 1998 hingelegt hatten. Auch aufseiten festverzinslicher Papiere sollte nicht alles in einen Topf geworfen werden, liefern doch Anleihen von Unternehmen und Pfandbriefe eine gute Alternative zu Papieren angezählter europäischer Staaten.

Nur mit Risiko-Check

Selbst wenn sich die Lage wieder beruhigen sollte, sind Investoren gut beraten, nur in kleinen Dosen zu investieren. Dabei ist es entscheidend, Anlagevehikel zu finden, bei denen das Verhältnis von eingegangenem Risiko und erzieltem Ertrag besonders gut ausfällt. Bei der Auswahl von Fonds gibt darüber etwa die 1966 von Nobelpreisträger William Sharpe kreierte „Sharpe-Ratio“ Auskunft. Zur Erklärung: Das Risiko-Ertrags-Verhältnis eines Fonds gilt als günstig, wenn die Kennzahl den Wert 1 übersteigt. Das ist etwa beim Kapital Plus (ISIN DE0008476250), einem ausgewogenen Euro-Mischfonds von Allianz Global Investors, bereits seit mehreren Jahren der Fall. Mit einer Sharpe-Ratio von 2,41 hat das Fondsmanagement innerhalb der vergangenen drei Jahre trotz Finanzkrise mit Veranlagungen in europäische Anleihen und Aktien den Spagat zwischen Anlagechancen und -gefahren geschafft.

Auch im direkten Vergleich zu den Mitbewerbern kommt Allianz- Fondsmanager Stefan Kloss gut weg. Der Kapital Plus brachte seit Ende Mai 2009 eine Gesamtrendite von 45,4 Prozent, während der Ertrag vergleichbarer Mischfonds im Schnitt mit 9,7 Prozent deutlich geringer ausfiel. Das gute Abschneiden des Allianz- Fonds basiert unter anderem darauf, dass erzielte Gewinne auf Monatsbasis mitgenommen werden, indem die Vermögensaufteilung auf die ursprüngliche Fonds-Ausrichtung von 30 Prozent Aktien und 70 Prozent Anleihen zurückgeführt wird.

Unter europäischen Anleihen finden sich derzeit Staatspapiere von Belgien, Deutschland und Österreich ebenso unter den Top-Positionen des Fonds wie Anleihen der staatlichen deutschen Förderbank KFW. Unter Aktien sind Industrie-, IT-, Gesundheits- und Konsumtitel im Kapital Plus vertreten. Papiere aus den Branchen Telekommunikation und Versorger werden dagegen wegen ihres geringen Wachstumspotenzials derzeit gemieden.

- Robert Winter

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