Geldtipp der Woche: Die Gewinner im Übernahme-Poker

Geldtipp der Woche: Die Gewinner im Übernahme-Poker

Seit 1960 ist die Lebenserwartung in Österreich sowohl bei Frauen als auch bei Männern um rund 12 Jahre gestiegen. Nicht nur in unserem Land wird die Überalterung der Gesellschaft zum Problem für das Gesundheitswesen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Biotech-Branche, deren Entwicklungen für die Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs von großer Bedeutung sind, ist erwachsen geworden.

Das spiegelt die Entwicklung der wichtigsten Biotech-Aktien der Welt wider. In den vergangenen fünf Jahren hat der amerikanische NASDAQ-Biotech-Aktienindex in Euro gerechnet um 69 Prozent zugelegt und damit die 500 größten US-Aktien des S&P-Index, die es im Schnitt nur auf 3,7 Prozent Ertrag brachten, klar abgehängt. Noch deutlicher ist der Respektabstand zu Deutschlands Börse, liegt doch der DAX-Index seit Juni 2007 mit rund 20 Prozent unter Wasser.

Ein Grund für den bereits seit 2009 andauernden Kursanstieg der Biotech-Branche ist, dass die Neuentwicklungs-Pipelines großer Pharmaunternehmen bei Weitem nicht so gut gefüllt sind wie jene der Biotech-Labore. Außerdem leidet das Geschäftsmodell von „Big Pharma“ unter der wachsenden Konkurrenz von Generika nach dem Patentablauf ihrer Kassenschlager. Das hat seit 2010 das Übernahmekarussell in Schwung gebracht. Sehr zur Freude der Anleger greifen seitdem viele Pharmaunternehmen tief in die Tasche, um bei Biotech-Konzernen einzusteigen, um sich so Wachstum zuzukaufen.

So läuft bis 29. Juni ein Übernahmeoffert des britischen Pharmariesen Glaxo SmithKline für das US-Unternehmen Human Genome Sciences mit 80 Prozent Aufschlag auf den bisherigen Aktienkurs von Genome Sciences. Wie hart der Preispoker um die Medikamente der Zukunft inzwischen ist, zeigt auch das Beispiel des Schweizer Pharmariesen Roche, der kürzlich trotz eines hoch dotierten Angebots beim kalifornischen Diagnostik-Unternehmen Illumina abblitzte.

85 Prozent Plus

Investoren, die am Boom der Biotech-Branche mitnaschen wollen, sind gut beraten, in breit gestreute Aktienfonds zu investieren. Einzelaktien sind hochriskant, weil eine verweigerte Arznei-Zulassung zu einem Fiasko führen kann. Ein Fonds, der seit Jahren gut läuft, ist der Franklin Biotechnology Discovery (ISIN LU0109394709). Das von Fondsmanager Evan McCulloch gelenkte Depot brachte seit Juni 2009 einen Gesamtertrag von 85 Prozent und stellte damit den Durchschnitt vergleichbarer Fonds um 35 Prozent in den Schatten.

Auch heuer setzte Fondsmanager McCulloch auf die richtigen Pferde, liegt das Depot doch seit Jahresanfang mit 22 Prozent abermals deutlich im Plus. Zu den aktuellen Top-Positionen des Fonds zählen durchwegs Aktien aus den USA wie Celgene, Gilead Sciences, Biogen Idec, Amgen oder Vertex Pharmaceuticals. Zusatztipp: Wer in den Franklin Biotechnology Discovery Fund einsteigen will, erhält bei direktanlage.at eine Reduktion der Kaufspesen von mindestens 50 Prozent.

- Robert Winter

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