Gefahr der Ungleichgewichte

Gefahr der Ungleichgewichte

Als die US-Notenbank Fed 2009 beschloss, den Markt mit billigem Geld zu fluten, sollte sie damit die amerikanische Wirtschaft stützen. Der Erfolg dieser Maßname ist umstritten.

Den positiven Nebeneffekt der Fed-Politik bekamen die Schwellenländer zu spüren: Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass seit 2009 rund vier Billionen der billigen US-Dollar nach China, Indien, Brasilien und weitere aufstrebende Volkswirtschaften geflossen sind. Anleger hatten dort mit höheren Renditen gerechnet.

Jetzt zeigt sich, dass aufgrund des billigen Geldes nötige Reformen verschlafen wurden. Vertrauensselig häuften Unternehmen wie Privathaushalte Auslandsschulden an. Die Exportschwäche vieler dieser Länder wurde übertüncht.

Das kommt ihnen bekannt vor? Ist es auch. Zu ähnlichen Fehlallokationen hatte die Einführung des Euro (und die dadurch niedrigen Zinsen) in Europa geführt. Auf der Suche nach den höchsten Renditen wird die globalisierte Finanzwelt auch in Zukunft immer wieder schnell investieren, und schnell ihr Geld abziehen, wenn sich die Gemengelage ändert. Politiker tun gut daran, sich vom schnellen Geld nicht blenden zu lassen und die richtigen Anreize zu setzen.

- Martina Bachler

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