Ganz schön "thai-er": Herbert Hacker über Nobel-Thai-Restaurant Patara

An guten thailändischen Lokalen herrscht in Wien schon seit langem ein Mangel. Jetzt hat ein neues aufgesperrt, am Petersplatz in bester Innenstadtlage.

Es handelt sich dabei um einen Ableger der Kette „Patara“, die in London, Genf, Singapur, Peking und natürlich in Bangkok ähnliche Lokale betreibt. Das Ambiente ist schick; auf zwei Stockwerken aufgeteilt, erwartet einen eine Welt wie aus einem Einrichtungshaus mit Schwerpunkt Asia-Stil.

Besonders positiv: Das Personal ist überfreundlich und sichtlich bemüht, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Das ist auch notwendig, denn schon ein kurzer Blick in die Karte macht klar, dass es sich hier um einen absolut hochpreisigen Asiaten handelt, um einen Luxus-Thai für betuchte Gäste. Wer allerdings glaubt, die stolzen Preise – bei nicht wenigen Gerichten wird die 30-Euro-Grenze überschritten – würden eine ebenso hohe Qualität beim Essen zur Folge haben, der wird leider etwas enttäuscht.

Die „Tom Yum“-Suppe ist nicht mehr als brav, die „Noodles Rolls“ sind um 17 Euro überbezahlt und die Wildfang-Garnelen mit Curry keine wirkliche Sensation, auch wenn sie ganz dekorativ in einer aufgeschnittenen Ananas zu Tisch kommen. Und die in einem Teig herausgebackenen Butterweichkrabben werden andernorts in Wien einfach deutlich besser gemacht.

Und was bietet die Weinkarte? – Seitenweise Erklärungen und Weine, die mehr als kühn kalkuliert wurden. So ist etwa ein Rotgipfler „Rodauner“ von Alphart um 45 Euro alles andere als günstig. Fazit: ein teurer Thai.

Name: Patara
Adresse: 1010 Wien, Petersplatz 1; Tel.: 01/997 19 38-0
Öffnungszeiten: Mo–Sa 12–14.30, 18–22 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 28, Hauptspeisen bis 34 Euro

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