Gans und Cocktail: Herbert Hacker über Martini mal zwei im "Ambassador" in Wien

Jedes Jahr aufs Neue bricht um diese Zeit der Martinigans-Wahnsinn über uns herein. Es gibt Hunderte gute Adressen, um eine gute Martini­gans zu essen. Praktisch jeder gute Koch hat Anfang November ein derartiges Vieh im Programm. Es gibt aber zwei Gründe, weshalb man dieses Gericht im Wiener Ambassador zu sich nehmen sollte.

Erstens: Dort kocht seit einiger Zeit ein junger Mann namens Michael Strobl. Wie so oft in Toni Mörwalds Schlemmerimperium handelt es sich auch in diesem Fall um einen jungen, höchst talentierten Koch, der noch wenig bis gar nicht bekannt ist. Nach einigen Stationen in der Schweiz und Österreich hat ihn Mörwald ins Ambassador geholt, wo er inzwischen – unauffällig, aber konsequent – zu einer beachtlichen Form aufgelaufen ist.

Mit Gerichten wie „Gekochte Waldviertler Bio-Kalbszunge“, „Eingemachten Kalbs­kutteln mit Semmel-Auflauf“ und „Filet vom Wald­viertler Limousin Rind“. Oder eben mit besagter Martinigans, die Strobl besonders köstlich anfertigt.

Und nun der zweite Grund: Was passt zu einer Martini­gans besser als vorher oder hernach ein Martini-Cocktail? Und den kann man im Ambassador in der angrenzenden Bar zu sich nehmen. Der klassische Dry Martini ist noch immer der König unter den Cocktails. Laut Barkeeperschule beträgt das Mischverhältnis von Gin und trockenem Vermouth fünf zu eins. Das ist sozusagen die brave Version. Man kann ihn aber auch nach der bekannten Hemingway-Methode anfertigen lassen. Die ­lautet 15 zu 1. Doch auch das war Hemingway oft zu bieder, weshalb er meistens bei der Bestellung hin­zufügte: „Bitte Hände weg vom Vermouth.“

Name: Mörwald Ambassador
Adresse: 1010 Wien, Kärntner Straße 22, Tel. 01/961 61-161
Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 12–15, 18–23 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 12, Hauptspeisen bis 36 Euro

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