Frank vor, noch ein Eigentor!

Frank vor, noch ein Eigentor!

Fans der Wiener Austria fühlen sich bei Frank Stronachs jüngsten Politpersonal-Rochaden frappant an den Umgang von „Big Frank“ mit ihrem Fußballverein erinnert.

Der Magna-Gründer investierte zwischen 1998 und 2007 rund 100 Millionen Euro in die Violetten. Mit mäßigem Erfolg: Zwei Meistertitel und drei Cupsiege, der angepeilte Gewinn der Champions League blieb überraschenderweise aus. In Erinnerung bleiben die unzähligen Trainerwechsel. Kapazunder wie Christoph Daum oder der heutige deutsche Teamchef Joachim Löw wurden Opfer von Stronachs Hire-and-fire-Mentalität.

Der Milliardär bewies also schon damals souveränen Umgang mit Führungskräften und Talenten. Dass diese nicht nach Belieben nach seiner Pfeife tanzten, kostete sie den Job. Ähnlich erging es dem späteren Meister-Coach und heutigen 1. FC Köln-Trainer Peter Stöger oder Österreichs Jahrhundert-Kicker Herbert Prohaska. Nach dem geplatzten Traum vom Magna-Stadion in Rothneusiedl zog sich Stronach beleidigt zurück und hinterließ einen Scherbenhaufen. Erst heuer wurden die Veilchen wieder Meister. Es bedurfte ausgerechnet des Gewerkschafters Wolfgang Katzian, einen von Frank verspotteten „Berufsfunktionär“, um den Traditionsverein wieder auf Kurs zu bringen. Immerhin: Das Politikabenteuer hat nicht ganz so viel gekostet wie sein Engagement am grünen Rasen. Aber: Keiner schießt schönere Eigentore als er. Das bleibt von Frank.

- Florian Horcicka

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