FORMAT-Reporter Ashwien Sankholkar: Banker sind bessere Staatskünstler

Besonders gut sind jene, die ohne staatliche Stütze tot wären: die Staatsbanker. Besonders viele Talente sind in der Volksbanken-Gruppe zu finden. Franz Pinkl ist schon jetzt eine Legende. Der Leiter der Volksbank Wiener Neustadt machte sich 2003 selbst zum Chef des Spitzeninstituts ÖVAG. Als solcher fuhr er die Volksbanken-Gruppe mit Karacho gegen die Wand.

Reinhard Platzer, Chef der ÖVAG-Tochter Kommunalkredit, half ihm dabei. Mit Milliardenspekulationen in Zypern riss er die Kommunalkredit in die Pleite. Pinkl bewies Coolness und hängte die kollabierte Kommunalkredit dem Staat um. Seine Reputation blieb unbeschadet. Pleitebanker Pinkl wurde Boss der Hypo Alpe-Adria, die später auch verstaatlicht wurde. Typisch Staatsbanker: Für ein Jahr an der Hypo-Spitze erhielt er 2,9 Millionen Euro. Der 56-Jährige muss nie mehr arbeiten. Und Pinkls Nachfolger Gerhard Wenzel? Der setzt die Tradition fort. Hilflosigkeit, Rekordverluste und die Teilverstaatlichung prägen seine Regentschaft.

Fazit: Staatskünstler sind unangenehm, aber wirklich böse sind Staatsbanker.

- Ashwien Sankholkar

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