FMA und die Gefahr aus dem Klingelbeutel

FMA und die Gefahr aus dem Klingelbeutel

Angelika Kramer über hoch motivierte Finanzaufseher.

Die Finanzmarktaufsicht steckt in einem veritablen Dilemma: 336 Mitarbeiter und egal wo man hinsieht, nichts zu tun. Gut, wir befinden uns in einer Finanzkrise, aber was geht das die FMA an? Denn in einem Fall wurde sie über die wahren Umstände getäuscht, ein anderes Mal ist sie nicht zuständig, und ein drittes Mal war der Gegner einfach übermächtig.

Was also tun mit den 336 arbeitswilligen und hoch motivierten Mitarbeitern? Man sucht ihnen Arbeit, die andere auf den ersten Blick nicht als Arbeit einer Finanzmarktaufsicht ausmachen würden.

Da wären etwa renitente Schuherzeuger oder Gemeinden, die meinen, sie könnten einfach Geld für Photovoltaik-Anlagen eintreiben. Einfach so, ohne Bankkonzession! Oder eine Entwicklungshilfe-Organisation, die von Spendern Darlehen für den Katastrophenschutz geradezu erpresst. Da könnte ja jeder kommen! Nicht auszudenken, was da kurz vor Weihnachten noch alles an Arbeit auf die fleißigen Aufseher zukommt: Klingelbeutel müssen auf doppelten Boden gecheckt, Lions-Club-Punschstände auf versteckte Einlagengeschäfte durchforstet und Straßenmusikanten einem ordentlichen „Fit & Proper“-Test unterzogen werden.

Seien wir also froh, dass auch in Zeiten, wo sich am Finanzmarkt alle wohlverhalten und nichts zu tun ist, eine Behörde ein Auge drauf hat, was mit unserem Geld wirklich passiert.

- Angelika Kramer

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten