Fliegende Vereinsmeier

Fliegende Vereinsmeier

Die Deutschen blicken argwöhnisch in die Luft. Bedürftiger oder Bonze – wer wird da im ADAC-Rettungshubschrauber transportiert? Erst musste der ADAC einräumen, bei Leser-Wahlen geschummelt zu haben, dann erfuhr man, dass die Flotte vom Präsidium für private Trips genutzt wurde.

Diese Pannenstatistik wird von deutschen Medien täglich genüsslich erweitert, eine schöne Delle für das Image des zweitgrößten Automobilclubs (18,6 Mio. Mitglieder) der Welt. Neu sind solche Vorwürfe nicht, solche „Missverständnisse“ in der Amtsausübung haben sich immer wieder mal ergeben in der 100-jährigen Vereinsgeschichte. Wenn sich ein Verein zu einem Konzern auswächst, ist die Grenze zwischen Ehrenamt und privaten Interessen oft nicht immer klar zu erkennen. Ist es legitim, wenn ein ADAC-Vertreter in einer Villa wohnt, die der Verein käuflich erworben hat? Was dürfen Ehrenamtliche erwarten? Braucht der ADAC Reisebüros, Versicherungen und eine Latte von Firmen, um seine Mitglieder-Interessen zu vertreten? 2013 wollte der Club gar um 100 Millionen den Nürburgring kaufen. Gut, dass aus dieser Allmachtsphantasie nichts wurde. Jetzt kann der ADAC das Geld (25 Millionen Euro Jahresüberschuss!) endlich in eine
ordentliche Compliance-Abteilung stecken.

- Barbara Mayerl

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