Essen wie beim Promi-Friseur: Herbert Hacker übers "Orlando di Castello" in Wien

Was macht einer, der viel Geld hat? Richtig, er macht ein Lokal auf. Und wenn er ganz viel Geld hat? Dann macht er ein Lokal wie das in der Vorwoche eröffnete "Orlando di Castello" in bester Innenstadtlage auf der Wiener Freyung auf.

Karl Wlaschek junior, Sohn des Billa-Gründers und gleichnamigen Milliardärs, ist der stolze Eigentümer dieser durch und durch ungewöhnlichen Lokalität. Der Name "Orlando di Castello" ist ähnlich wie die Einrichtung ein wenig prätentiös ausgefallen. Ein Interieur wie ein Bühnenbild, eine Mischung aus Eissalon und Promi-Friseur, so exaltiert, dass es schon wieder originell ist. Dazu passend die Kundschaft. Schicke Menschen, angegraute Playboys, Damen mit tiefen Dekolletés, güldenen High Heels und viel Schmuck.

Tolles Personal
Auffallend angenehm: das überaus gut funktionierende Personal. Für ein so neues Lokal verwunderlich, besonders der Service-Leiter ist ein Mann von ausgesuchter Freundlichkeit. Und das Essen? Gut bis sehr gut, aber von der Auswahl so eigenwillig wie die Einrichtung. Ein braver Caesar's Salad, ein gutes Steak und feine, kleine Burger mit exzellenten Pommes. Dazwischen einige Pastagerichte.

Erlesene Qualität
Alles in allem eine seltsame Mischung, aber von ausgesuchter Qualität. Viele ausländische Weine, kaum einer aus Österreich, dafür ein exzellentes belgisches Bier: ein Leffe, allein dafür lohnt es sich vorbeizuschauen. Die Champagnerauswahl ist hingegen eher vernachlässigbar, was gerade an so einem Ort verwundert. Wirklich umwerfend aber sind die vielen Patisserie-Kunstwerke von Chefpatissier Pierre Reboul. Sich hier durchzukosten ist ein reines Vergnügen.

NAME: Orlando di Castello
ADRESSE: 1010 Wien, Freyung 1, Tel.: 01/533 76 29
ÖFFNUNGSZEITEN: Mo.–Sa. 7.30–23 Uhr
PREISE: Vorspeisen 3,80–12, Hauptspeisen 10–24 Euro.

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten