Erfolge sehen
anders aus

Erfolge sehen
anders aus

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei einem außergerichtlichen Vergleich Hoffnungen auf beiden Seiten auf der Strecke bleiben. Zwei Gewinner oder zwei Verlierer eben. Bei dem diese Woche geschlossenen Vergleich zwischen dem AWD-Nachfolger Swiss Life und den vom VKI vertretenen 2.500 geschädigten Immofinanz-Anlegern ist die Sache etwas anders gelagert.

Es gibt klare Verlierer und eindeutige Gewinner. Von ursprünglich eingeklagten 40 Millionen Euro blieben für die Anleger unter dem Strich gerade einmal sieben Millionen Euro übrig. Eine Quote von nicht einmal 20 Prozent also. Und das, obwohl sie auf dieses Geld sechs Jahre warten mussten, manche sogar zwischenzeitlich verstorben sind. Dabei hat man ihnen doch immer wieder eindrücklich vor Augen geführt, wie sehr sich die AWD-Berater „systematischer Fehlberatung“ schuldig gemacht hätten. Dafür ist diese Ausbeute aber äußerst dürftig. Die bedauernswerten Anleger steigen also bei AWD/Immofinanz bereits zum zweiten Mal als Verlierer aus.

Und auch nach den Gewinnern muss man nicht lange suchen: Diesen sieben Millionen Euro für 2.500 Anleger muss man vier Millionen Euro für Berater und Prozessfinanzierer gegenüberstellen. Ganz nach dem Motto: „Wer einmal abgezockt wird, der merkt es auch nicht, wenn man es ein zweites Mal tut.“ Einige haben sich an diesem Fall blöd verdient. 2,9 Millionen Euro hat allein der deutsche Prozessfinanzierer Foris bekommen. Wundert es da noch jemanden, wenn dessen Aktienkurs in lichte Höhen abhebt?

- Angelika Kramer

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