Eine Hypo-Sensation

Eine Hypo-Sensation

Zu Wochenbeginn sorgte eine kleine Meldung für große Aufregung: Der scheidende Hypo-Alpe-Adria-Boss Gottwald Kranebitter wolle sich seinen Vertrag auszahlen lassen, berichtete die Tageszeitung "Der Standard".

Was die Meldung zum handfesten Skandal machte: Einerseits war Kranebitters Vorstandsvertrag erst im März um drei Jahre verlängert worden, andererseits war er im Juli freiwillig zurückgetreten. Die Kommunikationsabteilung der Hypo beeilte sich um eine rasche Korrktur: Die Story, die Kranebitter als gierigen Banker darstellt, stimme nicht. Der Chef habe eine fette Abfertigung niemals in Erwägung gezogen und daher auch nicht gefordert.

Wäre es nicht die Hypo Alpe-Adria, wäre mit dem Dementi die Sache gegessen. Doch wenn wir etwas aus der Geschichte gelernt haben, dann, dass dort alles möglich ist.

Wiewohl die Betroffenen wie wild dementieren: Denkmöglich ist Kranebitters kolportierte Chuzpe allemal. Erinnern Sie sich noch an Franz Pinkl? Das ist der legendäre Banker, der die ÖVAG samt ihrer Tochter Kommunalkredit an die Wand gefahren hat, danach für weniger als ein Jahr Generaldirektor der Hypo Alpe-Adria war, um sie dem Staat als Pleitebank umzuhängen. Derselbe Pinkl fand es in keinster Weise unanständig, sich seinen millionenschweren Hypo-Vorstandsvertrag auszahlen zu lassen. Anders als im Fall Kranebitter stimmte auch der frühere Hypo-Aufsichtsrat dem Wahnsinn zu. Gut, dass er es jetzt nicht tat – nicht einmal theoretisch. In der Hypo ist das schon eine kleine Sensation.

- Ashwien Sankholkar

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