Eine Frage des Glaubens

Eine Frage des Glaubens

Kein Scherz, es passiert wirklich: Das FBI hat ernste Probleme, Cybercrime-Experten zu finden. Die Regeln der US-Verbrechensbekämpfer sehen nämlich vor, dass potenzielle Mitarbeiter in ihrem Leben nicht ein einziges Mal Marihuana konsumiert haben.

Nun scheint es aber so zu sein, dass sich bisher kein qualifizierter Kandidat fand, der noch nie … Auch in Österreich kennen wir das Hanf-Problem. Es poppt jeweils auf, wenn die Polizei wieder einmal den Besitzer einer größeren oder kleineren Plantage hopsnimmt. Schaden richtet Cannabis kaum an, die Wirkung der Droge Alkohol ist gesundheitlich und volkswirtschaftlich um ein Vielfaches größer. Doch so eine Betrachtungsweise funktioniert weder in den weiten USA noch im engen Österreich. Wir haben es mit einer Glaubensfrage zu tun. Auch im 21. Jahrhundert ist das Moderne, Aufgeklärte, Durchlüftete immer noch ein Stief- und das Verzopfte ein Liebkind der Menschen. Gerade konservative Politiker agieren gerne danach. Etwa wenn sie sich plakativ vor einem simplen Nudelsieb als Symbol der Satirereligion der "Pastafari“ fürchten. Oder vor lauter Schreck jedesmal zum öffentlichen Vaterunser ansetzen, will jemand Kreuze als - überflüssiges - Symbol einer anderen Religion aus Schulklassen entfernen.

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