Eine EU-Bankenaufsicht hätte durchaus Charme

Eine EU-Bankenaufsicht hätte durchaus Charme

Eine neue Wächtertruppe soll ab nächstem Jahr alle 6.000 EU-Kreditinstitute kontrollieren. Der ambitionierte Plan einer EU-Bankenaufsicht wird wohl nicht so rasch umgesetzt werden. Dafür sorgen die nationalen Bankenlobbys.

Dabei hätte ein supranationaler Kontrollor durchaus Charme und sogar eine gewisse Disziplinierungsfunktion für die lokalen Aufseher. Was würde sich in Österreich ändern? Operativ wenig, denn FMA und Nationalbank würden weiterhin die Arbeit machen. Die EZB wäre personell dazu niemals in der Lage. Jedoch wären die Austroaufseher dann einem EU-Superregulator unterstellt und nicht Politikern, denen sie irgendwie verpflichtet sind.

Erinnern Sie sich: Die Affären Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit und ÖVAG wurden zwar durch Misswirtschaft verursacht, aber durch politisch gesteuerte Aufseher begünstigt. Die EZB würde die Austrobanker nicht so leicht davonkommen lassen. Auch Geldwäscher und illegale Parteienfinanzierer hätten es schwer. Denn Österreichs strenges Bankgeheimnis, das vor allem Terroristen und Wirtschaftskriminelle schützt, wäre dann Geschichte. Das allein wäre schon ein guter Grund für eine EU-Bankenaufsicht, oder?

- Ashwien Sankholkar

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