Ein Kasperltheater und das Krokodil

Ein Kasperltheater und das Krokodil

"Ich glaube nicht an unsere Form der Politik. Die Form der Parteidemokratie ist ein wirkliches Kaspertheater, weil so viel gelogen wird … und weil es darum geht, Mehrheiten zu bekommen …Und wie bekommt man Mehrheiten? Indem man den Menschen was verspricht, indem man sie also besticht.“

Sagt Roland Düringer. Der einstige "Benzinbruder“ befindet sich zur Zeit als Aussteiger auf dem Selbstversorgertrip, darf Sätze wie die nämlichen in der ORF-Kultur zum Besten geben und damit auch sein neues Buch bewerben.

Hallo, Herr Düringer, können Sie uns hören? Wir hätten da nämlich einige kleine Ergänzungsfragen zu Ihren Thesen, zum Beispiel: Was wäre denn die Alternative zu dem von Ihnen sogenannten Kaspertheater? Was funktioniert in Ihren Augen besser als die "Parteidemokratie“? Was ist daran so verwerflich, sich um Mehrheiten zu bemühen? Kurz: An welche Form der Politik glauben Sie denn noch? - "Politik würde für mich nur in ganz kleinen Strukturen funktionieren“, antworten sie, sozusagen "von Angesicht zu Angesicht“. - Nett, aber wie soll das gehen und wo? Im Clan? In einer Wildbeutergemeinschaft? Oder in der Basisgruppe Kleingartensiedlung?

Geschätzter Herr Düringer, wir sind hier nicht naiv. Wir kennen genügend Kasperl, kennen getürkte Zahlen und verschleierte Budgetlöcher ebenso so gut wie sie. Wir ärgern uns zur Genüge über unsere Polit-Krokos. Aber ehrlich: Muss man deshalb gleich selber das Ober-Krokodil geben? Im Zweifelsfall empfehlen wir hier doch Winston Churchills Weisheiten. Das Zitat des britischen Staatsmannes kennen Sie sicher: "Democracy ist the worst form of government - exept for all those others that have been tried.“ Auf gut Deutsch: (Parteien-)Demokratie ist eine Mühsal, lähmend, langweilig, nur selten lustig, Alternativen aber eher schlechter als besser. - Können wir uns darauf verständigen? Wäre voll super!

- Othmar Pruckner

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