Ein fürstliches Einerlei: Herbert Hacker
über das Gasthaus "Rubens" in Wien

Das Rubens im Park des Palais Liechtenstein mit dem Liechtenstein Museum und der bekannten Rubens-Sammlung macht wieder von sich reden. Einst als Kombination aus Feinschmeckerrestaurant und Brasserie geführt, geriet es dann mehr und mehr in Vergessenheit. Schließlich wurde es für einige Zeit geschlossen und danach umgebaut. Seit Dezember des Vorjahres hat jener Teil, in dem sich von Anfang an die Brasserie befand, wieder offen – unter dem Namen "Gasthaus Rubens".

Küchenchef ist jetzt Kurt Bortoli, unter seiner Aufsicht werden hauptsächlich Klassiker der Wiener Küche an geboten. An sich nicht schlecht – gegen ein gutes Schnitzel ist ja nichts einzuwenden und gegen eine gute Rindsuppe auch nicht. Doch was hier die Küchenräumlichkeiten verlässt, ist leider von ausgesuchter Mittelmäßigkeit geprägt.

Durchschnittliche Speisen
Die Rindsuppe mit Einlage ist so nichtssagend, dass auch der Anblick der vielen Bilder an den Wänden kaum darüber hinwegzutrösten vermag. Ähnliches lässt sich über die Selleriecremesuppe sagen. Noch schlimmer aber ist das Beuschl – ein sauer schmeckendes Einerlei aus klein geschnetzelten Innereien. Der Kellner zeigt Verständnis und bietet als Ausgleich Sacherwürstel an. Die sind zwar ganz gut, doch mit Kochen hat das wenig zu tun.

Platzierung im letzten Drittel
Selbst das Wiener Schnitzel würde in einem Ranking der hundert besten der Stadt nur eine Platzierung im letzten Drittel verdienen. Ein wirklich gutes Schnitzel schmeckt anders. Eigentlich schade, denn die Location ist ausgesprochen schön – und auch die Einrichtung lässt zumindest ansatzweise fürstliche Noblesse erahnen. Allerdings: Mit fürstlichem Schlemmen ist hier leider nichts.

Name: Gasthaus Rubens
Adresse: 1090 Wien, Fürstengasse 1; Tel.: 01/319 57 67-310
Öffnungszeiten: tägl. 9–23 Uhr
Preise: Vorspeisen bis 8, Hauptspeisen bis 15,10 Euro

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten