Dieser Papst küsst selbst

Klaus Puchleitner über die Gewohnheiten des neuen Heiligen Vaters.

Huch, jetzt aber! Der neue Papst schockt die weltweite Community der Gläubigen mit ungewöhnlichem Schuhwerk. Seit ewigen Zeiten tragen Päpste gepflegtes, allerdings leicht geschmacksverwirrtes Slipper-Rot am heiligen Fuß. Franziskus jedoch, der innerlich immer noch Jorge Mario Bergoglio zu sein scheint, überrascht nun mit verknautschtem Schnürschuh-Schwarz. Vielleicht fragt sich mancher Kardinal ja bereits, was er damit seiner Wahl angerichtet hat.

Man wird vermutlich in den nächsten Monaten genau hinsehen müssen, um erkennen zu können, ob wirklich ein neuer Stil in den verzopften Vatikan Einzug hält. Oder ob es sich um reformerische Nebelgranaten handelt und im Wesentlichen alles beim Alten bleibt.

Einstweilen jedenfalls legt der frische Papst gleich einmal nach. Während Gläubige noch beim gedanklichen Umschalten vom konservativen Designerschuh auf die revolutionäre Gammelware sind, startet Franziskus eine Radikalreform des päpstlichen Begrüßungsrituals: Der Ring am Finger des Heiligen Vaters ist als Kussobjekt plötzlich out. Stattdessen küsst der Papst jetzt selbst. Einen dicken Schmatz drückte er Argentiniens attraktiver Präsidentin bei ihrem Besuch jüngst auf die Wange. Fragt sich: Macht er das auch, wenn Angela Merkel kommt?

- Klaus Puchleitner

Dem Autor auf Twitter folgen:

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten