Die heile Welt der Maria Vassilakou

Angelika Kramer über den Parkpickerl-Irrsinn und die Abgehobenheit von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou.

Die heile Welt der Maria Vassilakou

Maria Vassilakou kann kaum zufriedener mit sich selbst sein. Ein „sensationeller Erfolg“ sei die Einführung des Parkpickerls in einigen Wiener Bezirken oder Teilen von Bezirken gewesen, sagte die Vizebürgermeisterin kürzlich im Brustton der Überzeugung.

Nach dieser erstaunlichen Erkenntnis der Grünpolitikerin drängen sich zwei Fragen auf: Wo bitte wohnt Frau Vassilakou, und was genau macht sie so zufrieden? Denn was sie als sensationellen Erfolg bezeichnet, wirkt sich in den westlichen Bezirken so aus, dass etliche Autofahrer oft stundenlang – erfolglos – viel zu kleine Park-&-Ride-Anlagen umkreisen. Mit der dazugehörigen Abgasbelastung für die Anrainer, versteht sich.

Sensationell ist auch, wie einige Autos nun die Gehsteige verstellen (müssen), weil nirgendwo anders eine Parkmöglichkeit zu finden ist. Manch arbeitende Mutter muss das Haus und ihre Kinder nun eine halbe Stunde früher verlassen, um den Parkvorgang noch vor Arbeitsbeginn zu bewerkstelligen. Eine vorzüglich ausgeklügelte Familien-, Umwelt- und Verkehrspolitik, die wir Wiener Frau Vassilakou zu verdanken haben.

Und nun zurück zur Antwort auf meine Eingangsfrage: Die Vizebürgermeisterin wohnt – unglaublich, aber wahr – tatsächlich in Wien. Aber anscheinend lebt sie in ihrer eigenen, heilen Welt, sodass sie die Probleme ihrer Nachbarn gar nicht wahrnimmt. Schließlich hat sie ja auch einen Chauffeur. Und was Vassilakous Erfolgsempfinden anlangt, drängt sich ein Verdacht auf: Es wird doch nicht von den immer lauter klingelnden Gemeindekassen herrühren?

- Angelika Kramer