Die Luft am Gadget-Gipfel wird dünner

Barbara Mayerl über die unglaubliche Materialschlacht der Elektronik-Branche und die Qual der Wahl der Verbraucher bei sinkenden Einkaufsbudgets.

Die Ereignisse überschlagen sich. Dienstag war Apple-Tag – ein kleines iPad und neue Macs kommen. Freitag ist Microsoft-Tag – ein großes Betriebssystem und Computer kommen. Montag darauf zeigt Google noch mehr neue Geräte und Microsoft am selben Tag noch neuere Intelligenz-Telefone. Was die geneigte Öffentlichkeit an diesem Präsentationswahnsinn studieren kann, ist nicht nur der Kampf um Schlagzeilen. Da läuft der erbitterte Wettstreit um die besten Plätze am weihnachtlichen Gabentisch. Selbst bei konservativer Zählung kommen auf die Verbraucher in den nächsten Wochen ein paar Dutzend neue Modelle zu, E-Reader und Fernseher noch gar nicht eingerechnet.

Ein bisschen Verzweiflung schimmert bei diesem Wettrüsten schon durch, denn die Elektronik-Budgets der Haushalte sind krisenbedingt im Sinken. Da nützt es nichts, dass die Elektronik durch den Preisverfall in den letzten Jahren als „Inflationsdämpfer“ im Warenkorb wirkte. Keine Sorge, liebe Hersteller, die Konsumenten werden heuer genug Geld für Elektronik ausgeben, aber sie überlegen genau, was unter die Kategorie „Muss haben“ fallen wird. Die Luft am Gadget-Gipfel ist dünner geworden, und da kommen nur mehr wenige hin. Da nützt auch keine Materialschlacht.

- Barbara Mayerl