Die Lehren aus dem Japan-Crash 1990

Das Aufatmen dauerte nur zwei Tage. Nachdem die Börsen Montag und Dienstag wie entfesselt in die Höhe geschossen waren, war schon am Mittwoch wieder Ernüchterung angesagt.
Offensichtlich stehen uns noch weitere turbulente Zeiten bevor. Keiner weiß, wann und wie die aktuelle Krise zu Ende gehen wird. Es gibt aber einige auffallende Parallelen zur Situation in Japan nach dem Jahr 1990. Nach einer beispiellosen Immobilienspekulation, die von den Banken mit leichtfertig verge­benen Krediten angeheizt wurde, brach dort die Blase zusammen und sorgte noch jahrelang für Katzenjammer. So grundelte das Wirtschaftswachstum nachhaltig an der Nulllinie herum. Die Yen-Sparzinsen lagen teilweise sogar unter null, sodass Sparer ihrer Bank noch Geld für die Aufbewahrung des Guthabens zahlen mussten und Kreditnehmer große Schwierigkeiten hatten, Geld für neue Projekte zu bekommen.
Manche Probleme sind sogar bis heute ungelöst. Zwar sind die Bankenbilanzen in Japan inzwischen wieder saniert, und die
Japaner leben in beachtlichem Wohlstand, aber der Staat hat durch die Stützung der Banken und durch immer neue Konjunkturpakete einen Schuldenberg in Höhe von 170 Prozent des Wirtschaftsprodukts angehäuft, inklusive versteckter Schulden sollen es sogar an die 300 Prozent sein.

So schlimm wird es in Europa nicht kommen. Trotzdem dürfte uns eine längere Phase mit gebremstem Wachstum bevorstehen. Und die Sanierung des maroden Finanzsektors wird die Budgetdefizite in die Höhe jagen – möglicherweise in nie gekannte Dimensionen. Der Staat wird dann vermutlich nicht die Inflationsspirale in Gang setzen, wie viele befürchten, sondern es könnte uns wie in Japan eine längere Periode mit niedrigen Zinsen
bevorstehen. Das hilft auch den Finanzministern, die so leichter die Zinsen für die wachsende Schuldenlast aufbringen können.
In einer solchen Ära der Stagnation ist es für Anleger sinnvoll, das Geld dort anzulegen, wo auch in Zukunft hohes Wachstum zu erwarten ist – und man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) die Dynamik auch in den kommenden zehn Jahren deutlich höher liegen wird als in Westeuropa. Zwar sind Schwellenländer derzeit massiv von der globalen Krise betroffen, aber das wird ihren Aufholprozess nicht stoppen können. Wer sich daran beteiligen möchte, kann jetzt besonders günstig einsteigen. Ein gutes Produkt für die vier großen Supermächte von morgen ist der DWS BRIC Plus (ISIN LU0210301635). Trotz Verlusten von 41 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres liegt der Fonds seit Frühjahr 2005 immer noch mit insgesamt 60 Prozent im Plus. Wer die Schwellenländer in ihrer ganzen Breite abdecken will, sollte einen Blick auf den Global Advantage Emerging Markets (LU0047906267) werfen. In den vergangenen zehn Jahren hat Fondsmanager Michael Keppler den Einsatz der Anleger mehr als vervierfacht. Angesichts der derzeitigen Kursschwankungen von oft mehr als zehn Prozent am Tag ist ein Einstieg in mehreren Tranchen zu empfehlen.

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