Die Banken sind aus dem Schneider!

Dieser Tage hagelt es wieder einmal Hiobsbotschaften aus der heimischen Bankenszene. Die ÖVAG musste mittels Geldspritze teilverstaatlicht werden und Erste-Chef Andreas Treichl meldete für 2011 einen Nettoverlust von über 700 Millionen Euro.

Allerdings sollte man sich von diesen Negativmeldungen nicht täuschen lassen. Denn die aktuelle Lage ist für europäische Banken richtig gut. Das ist bei genauem Hinsehen auch an der Bilanz der Erste Group für das vierte Quartal 2011 abzulesen. Immerhin konnte die Bank im Abschlussvierteljahr schon wieder eine satte Viertelmilliarde Euro verdienen und bei der Kernkapitalquote ist man fast dort, wo es die neuen EBA-Kapitalvorschriften verlangen.

In der margenträchtigsten Zeit befinden sich die Banken übrigens genau jetzt. Als Basis dafür gilt die Spendierfreudigkeit der EZB. Deren Gouverneur Mario Draghi hat europäischen Banken ja bereits im Dezember Drei-Jahres-Finanzierungen zu Zinsen von einem Prozent nachgeworfen. Fast 500 Milliarden Euro besorgten sich die Institute damals praktisch „gratis“. Über eine zweite Tranche zu gleichen Bedingungen konnten sich die Banken am Mittwoch freuen. Dabei besorgten sich 800 Institute rund 530 Milliarden €.

Die Konditionen erlauben es den Instituten jedenfalls, fette Renditen einzustreichen. Denn schon konservative zehnjährige österreichische Staatsanleihen rentieren deutlich über dem Refinanzierungssatz der Banken bei der EZB.

Es ist daher bestimmt kein Fehler, sich langfristig Bankwerte ins Depot zu legen. Denn mit Blick auf die Bilanz-Details der Erste Group wird rasch klar, dass Andreas Treichl heuer wohl einen satten Nettogewinn einfahren wird können. Selbst eine Milliarde Euro wären keine Überraschung.

- Jochen Hahn

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