Die Autostadt Detroit ist
pleite – kaufen Sie Ford

Die Autostadt Detroit ist
pleite – kaufen Sie Ford

Detroit, die ikonische Autostadt der USA, einst Symbol amerikanischen Erfindergeistes und industrieller Potenz, ist also pleite. Dass diese mittlere Katastrophe eingetreten ist, liegt paradoxerweise auch am Erfolg der Automobilkonzerne mit denen der Name der Stadt eigentlich untrennbar verbunden ist: Ford und General Motors.

Beide Konzerne standen im Verlauf der Finanzkrise knapp vor dem Aus. General Motors wurde über ein entschlosses Hilfsprogramm der US-Regierung gerettet – und unter harten Auflagen wieder auf Schiene gebracht.

Was folgte war ein branchenweiter, rigider Sparkurs. Im Verlauf der Finanzkrise wurden bei Ford seit 2008 knapp 50.000 Stellen gestrichen – schlecht für die jeweiligen Standorte wie eben Detroit, aber gut für die Konzernstruktur und die Aktie.

Verwöhnte Anleger

Gerade Ford hat seine Anteilseigner in den vergangenen Monaten mehr als nur verwöhnt und den Aktienkurs um mehr als 80 Prozent gesteigert. Zu den Modellen selbst kann man stehen, wie man will, Tatsache ist jedoch, dass der Ford Focus im vergangenen Jahr das meistverkaufte Auto der Welt war. Damit schlagen die Amerikaner den Konkurrenten VW in dessen Kernkompetenz. Kein Wunder also, dass die Aktie von Ford (ISIN US3453708600) die Papiere der Wolfsburger meilenweit hinter sich gelassen hat.

Hoffentlich schwindelfrei

Zugegeben werden muss: Unter Höhenangst darf man bei den aktuellen Ford-Notierungen nicht leiden. Die Aktie hat aber trotzdem noch Potenzial, denn das für 2013 erwartete KGV liegt knapp über elf und somit deutlich unter dem durchschnittlichen Wert, der im S&P 500 erreicht wird. Damit wäre der Titel bei einer allfälligen Eintrübung des US-Marktes deutlich weniger anfällig für Rücksetzer als andere US-Unternehmen.

Als endgültiges Kaufsignal darf ein Überspringen des vor wenigen Tagen erzielten Zweieinhalbjahres-Höchstmarke von 17,6 Dollar gelten. Die Dividendenrendite wäre bei 2,3 Prozent keine Investitionsargument für sich, kann man aber „on top“ mitnehmen.

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