Die Angst des schönen Engels

Barbara Mayerl über Angelina Jolie und das Outing der Woche.

Seit 14. Mai starrt die Welt auf die Brüste von Angelina Jolie. Das hat die interessierte Öffentlichkeit auch vorher schon getan, wenn die Schauspielerin nicht mit atemberaubenden beinfreien Roben vom Dekolleté abgelenkt hat. An diesem denkwürdigen Dienstag hat sich Jolie mit ihrem Outing in der New York Times nackter gezeigt als es ihre Nacktfotos je vermocht hätten.

Als Projektionsfläche für Phantasien hat dieser Busen ausgedient. Wer auf Jolies Brüste schaut, wird die Brustkrebs-Geschichte als unsichtbares Tattoo mitlesen. Eine radikaler, ein mutiger Schritt, der zu dieser einzigartigen Biografie passt. Kalkulierte PR in eigener Sache kann ausgeschlossen werden. Das hat diese Frau nicht mehr notwendig. Die Diskussionen über die Indikation an sich sollten aber nicht der Boulevard und andere Experten führen, sondern jede Frau mit ihrem Arzt.

Eine Diagnose kann aber schon jetzt zweifelsfrei gestellt werden. Jolie hat durch ihre Popularität vermutlich mehr Frauen auf ein „lebenswichtiges“ Thema angesprochen als viele Brustkrebs-Initiativen es gemeinsam zu Wege bringen. Eine Traumfrau, die diesen Titel zu Recht trägt – in jeder Hinsicht.

- Barbara Mayerl

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