Der beste Treppenwitz ever

Der beste Treppenwitz ever

Eine Karmasin-Umfrage von Mitte Februar, die Hypo-Krise erreicht gerade ihren Höhepunkt, sieht die FPÖ mit 22 % bereits gleichauf mit ÖVP (22 %) und SPÖ (23 %), die Grünen bei 14 % und die Neos bei 14 %.

Am 25. Mai wird in Österreich gewählt. Bei diesen Wahlen - nur zur Information! - sollen die Österreicherinnen und Österreicher über die Zusammensetzung des EU-Parlaments abstimmen. Die Spitzenkandidaten - nur zur Erinnerung! - heißen Karas, Freund, Mölzer, Lunacek, Mlinar.

Auf diese Namen wird aber es sowieso nicht ankommen. Am 25. Mai wird nämlich gar nicht über die Zukunft Europas abgestimmt, sondern über die jüngere Vergangenheit Österreichs geredet. Und zwar Tacheles! Die Wutbürger sind am Wort. Wir lassen uns das nicht mehr gefallen! Wir wollen nicht die Blöden sein und für die Hypo-Pleite zahlen!

FPÖ liegt mit SPÖ und ÖVP gleichauf

Eine Karmasin-Umfrage von Mitte Februar, die Hypo-Krise erreicht gerade ihren Höhepunkt, sieht die FPÖ mit 22 % bereits gleichauf mit ÖVP (22 %) und SPÖ (23 %). Dabei haben die Freiheitlichen noch nicht einmal mit ihrem Anti-Migrations-Wahlkampf begonnen! Alles passt zusammen: Laut Eurobarometer-Umfrage ist das Image der EU in Österreich am Tiefststand. Im APA-Vertrauensindex rangiert der ÖVP-Vizekanzler und Finanzminister an drittletzter Stelle, der SPÖ-Bundeskanzler im hinteren Drittel. Steuererhöhungen und Sparpakete im Zuge der Hypo-Katstrophe stehen im Raum.

Die regierenden Politiker werden mittlerweile wirklich von allen als "zu blöd und zu feig“ (Copyright: Andreas Treichl, Erste Bank) apostrophiert. Die Neos kommen in besagter Umfrage auf zwölf Prozent, die Grünen auf 14 %. Die Prognose ist also nicht wirklich gewagt: Die Blauen werden die Europawahl gewinnen.

Es ist ein trauriger Treppenwitz der Politgeschichte Österreichs, dass die Partei, die den Hypo-Gau ursächlich zu verantworten hat, nun den größten politischen Nutzen aus dieser Katastrophe ziehen wird. Zudem ist leider absehbar, dass auch die nötigen Strukturreformen, so sie denn kämen, nur einen Wahlsieger kennen würden: die Wutbürgerpartei FPÖ.

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