Der Telekom-Murdoch

Der Telekom-Murdoch

Rupert Murdoch kauft sich beim ORF ein. Vermutlich würde ein solcher Deal das Vertrauen in Österreichs größten TV-Sender nicht gerade fördern. Vermutlich wären auch sehr, sehr viele Österreicher dagegen. Wiewohl der Murdoch-Takeover reine Fiktion ist, spielt sich Ähnliches gerade bei der Telekom Austria ab.

So plant Investor Ronny Pecik, seine TA-Aktien an den Mexikaner Carlos Slim zu verkaufen. Doch keiner fürchtet sich. Noch-TA-Präsident Markus Beyrer nennt Slim einen „attraktiven langfristigen strategischen Partner“, und TA-Chef Hannes Ametsreiter „begrüßt“ Slims Interesse. Haben denn die beiden gar nichts vom Schmiergeldskandal rund um den TA-Lobbyisten Peter Hochegger gelernt?

Mit Carlos Slim hat man nun einen mehr als umstrittenen Mann an Bord geholt. Sein dunkles Talent machte ihn zum reichsten Mann der Welt. Slims Macht lässt Regierungschefs zittern – wie bei Murdoch. Slims Telekom-Einstieg ist ein klassischer Einsatzfall für das Außenwirtschaftsgesetz. Das sichert dem Staat ein Vetorecht, um staatsfeindliche Investoren in wichtigen Wirtschaftsbereichen zu verhindern. Die Telekom in der Hand von Slim ist ein Risiko für die nationale Sicherheit – in Sachen Datenschutz und Technologietransfer.

- Ashwien Sankholkar

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