Der Preis macht heiß

Der jüngste Enthüllungsknaller aus der NSA-Kiste lässt die Österreicher kalt. Aber die am 18. März verlautbarte Tariferhöhung bei A1 lässt den Blutdruck steigen.

Der Preis macht heiß

Binnen Stunden schaukeln sich die negativen Emotionen im Netz hoch. Zugegeben, es kamen in den letzten Wochen einige „Gebührenbotschaften“ vom Marktführer. Da war es schon an der Zeit, Klartext zu reden. Warum das viele dermaßen aufregt, ist wohl mit der innigen Verbindung zum Smartphone zu erklären, dem Fetisch des digitalen Weltbürgers. Aber: Österreich ist noch immer ein Land mit niedrigen Tarifen und vergleichsweise guter Netzausstattung, wie ausländische Tester uns bescheinigen.

Ein Smartphone mit einem Tarif für durchschnittliches Kommunikationsverhalten ist leistbar, auch für Menschen mit knappen Budgets. Und wer dieses Grundbedürfnis nicht aus eigener Tasche finanzieren kann, bekommt sogar Sozialtarife. Die Liberalisierung hat in Österreich Effekte gezeigt wie in kaum einem anderen Land, die Durchschnittsrechnung ist heute niedriger, als sie es vor zehn Jahren war.

Preiserhöhungen kann man den Mobilfunkern nicht vorwerfen, aber sehr wohl, dass sie zu feig oder ungeschickt sind, ihre Leistungen gut zu kommunizieren – und sich stattdessen in einen Tarifdschungel aus Nebengebühren und Fußnoten flüchten, wo Verbraucher oft zu Recht das Gefühl beschleicht, dass der Preis am Schild nur die halbe Wahrheit ist. Das ist der zweite Grund, warum manche bei Mobilfunktariferhöhungen so schnell zum Wutbürger mutieren.

- Barbara Mayerl