Der neue Hypo-Skandal

Ashwien Sankholkar sagt, was bei der Hypo-Sanierung nicht vergessen werden darf.

Die Hypo Alpe Adria ist kein leichter Sanierungsfall. Milliarden an Steuergeld stecken in der Skandalbank. Darum ist das Interesse an ihrer Entwicklung so groß, aber auch die öffentliche Kritik.

Ein Großteil des Staatsgeldes darf als verloren angesehen werden. Leider. Daher steht fest: Mit der Bank wird die Republik kein Geld verdienen. Dementsprechend hat das Management nicht nur einen betriebswirtschaftlichen Sanierungsauftrag zu erfüllen, sondern auch die Verpflichtung, aufzudecken, wer aller Hypo-Millionen kassiert hat. Gemessen daran, haben sowohl der Bankvorstand als auch der proporzmäßig besetzte Aufsichtsrat jämmerlich versagt.

Im Fall Liechtenstein werden die Defizite besonders deutlich. Seit Jahren ist bekannt, dass über das Fürstentum dunkle Balkangeschäfte der Hypo Alpe Adria abgewickelt wurden, dass viele sich dort die Taschen vollgestopft haben. Auch Diktatoren wie Muammar al-Gaddafi und Saddam Hussein sowie Jörg Haider sollen „Kunden“ der Liechtensteiner Alpe-Adria-Bank gewesen sein.

Die Hypo-Verantwortlichen haben das alles geschickt verdrängt. Zwar wurde ein Hypo-Vertreter in den Verwaltungsrat nach Liechtenstein entsandt. Doch der drehte drei Jahre lang nur Däumchen. Aufgeklärt wurde nichts. So liefen nicht nur Verjährungsfristen ab. Die Malversateure bekamen auch noch Zeit, die Beute gut zu verstecken. Die Gleichgültigkeit, mit der das Liechtenstein-Thema bearbeitet wurde, ist ein neuer Hypo-Skandal.

- Ashwien Sankholkar

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