Der Glanz von Gold beginnt langsam zu verblassen

Wer auf Gold setzt, rechnet mit dem Schlimmsten. Doch die totale Weltuntergangsstimmung in der Wirtschaft scheint gebannt.

Sowohl aus den USA als auch aus China kamen zuletzt durchwegs optimistisch stimmende Signale: Die Exporte sind in China im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Prozent gestiegen - erwartet wurde lediglich ein Anstieg um 5,5 Prozent. In den USA kletterten die Umsätze im Einzelhandel zuletzt deutlich kräftiger, als prognostiziert worden war. Was auch beispielsweise das All-Time High der Aktie des US-Retail-Konzerns Walmart belegt.

Und auch in Europa lichten sich die Nebel. Zwar rechnen Wirtschaftsforscher für 2012 noch mit einem anhaltenden Konjunkturtief. Für 2013 gibt es hingegen schon wieder optimistischere Forecasts. Im Jahresverlauf soll sich das Wirtschaftswachstum bereits wieder einigermaßen beleben.

All das sind Anzeichen dafür, dass Gold die Spitze seiner Preisentwicklung erreicht haben dürfte. Derzeit pendelt der Preis bei 1.800 Dollar je Feinunze. Natürlich sind noch zahlreiche Spekulanten im Markt, die von den geldmarktpolitischen Aktionen der EZB eine steigende Inflationsrate erwarten. Ein Durchbrechen der 2.000-Euro-Marke ist deshalb auch durchwegs noch vorstellbar.

Blass

Doch die große Rally scheint vorbei zu sein. Das zeigen auch jüngste Zahlen der Münze Österreich. Ihr Umsatz, der sich zum größten Teil aus dem Handel mit Gold- und Silberprodukten zusammensetzt, fiel von 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf heuer nur mehr 1,2 Milliarden Euro. Also ein Rückgang um 50 Prozent. Und die Münze Österreich ist bei Edelmetallen Marktführer in Europa. Die Zeit der Angstnachfrage bei Gold scheint also vorbei zu sein.

- Thomas Martinek