Der große Entfesselungsschmäh

Der große Entfesselungsschmäh

Die Abschaffung des Gewinn- und Investitionsfreibetrages für Selbstständige bringt dem Staat zwar kaum Geld, ist aber ein Signal.

Die Maßnahme beleuchtet das unterentwickelte Wirtschaftsverständnis dieser Koalition. Sie betrifft fast ausschließlich jene Einpersonen-Firmen, die mittlerweile die größte Gruppe unter Österreichs Unternehmen darstellen und im ökonomischen Mikrokosmos des Landes zu einem wesentlichen Faktor mit Zukunftspotenzial geworden sind. Ihnen Steuererschwernisse als neuen Ballast umzuhängen, ist kurzsichtig und unklug. Eine moderne Wirtschaftspolitik müsste gerade diesen immer zahlreicher werdenden Kleinstunternehmern Wege ebnen, Türen öffnen und Chancen bieten. Das täte dem ganzen Land gut. Wir erinnern uns: Vor der Wahl hat der Vizekanzler, der die Maßnahme nun als Finanzminister zu verantworten hat, noch eine "Entfesselung“ versprochen. Drei Monate später ist das schon wieder abgehakt. Seine Partei ist wohl selbst immer noch viel zu sehr in ihrem Beamten-, Bauern- und Kammernstaat-Denken gefangen, um wirklich entfesseln zu können. Und das Versprechen war ganz offensichtlich nicht mehr als der übliche Schmäh vor einer Wahl.

- Klaus Puchleitner

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