Der doppelte lntendant

Der doppelte lntendant

Weißer Rauch ist über dem Mönchsberg aufgestiegen: Ab 2017 heißt der Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser.

Auf der Shortliste des Kuratoriums hat sich der Künstlerintendant gegen den Chef der Brüsseler Oper La Monnaie, Peter de Caluwe, durchgesetzt. Aber so ein Thrill war das nun auch wieder nicht. Die Ausschreibung war de facto auf ihn zugeschnitten.

Der 54-jährige Musiker war bereits erfolgreicher Konzertchef der Festspiele und hat sie 2011 auch interimistisch geleitet. Dass er bei der letzten Intendantenkür leer ausging, darf ruhig als Fehler verbucht werden. Aber, man hat gelernt. Denn eines muss man dem Kuratorium unter dem Vorsitz von Andrea Ecker lassen: Die Bestellung ist diesmal gut vorbereitet und friktionsfrei abgelaufen. Wenngleich einem der Prozess traurig stimmt, bei dem Vorlaufzeiten immer länger werden, die Intendanzen selbst immer kürzer und künstlerische Fragen sichtlich schon lange keine Rolle mehr spielen.

Dabei gäbe es gerade diesbezüglich viel zu überdenken, es gilt das Profil der Festspiele zeitgemäß zu schärfen und die Rolle des Schauspiels neu zu überdenken. 2014 verantwortet noch Alexander Pereira das Programm, 2015 und 2016 übernimmt interimistisch Sven-Eric Bechtolf. Zum Warm-up tritt Hinterhäuser nun einmal als Chef der Wiener Festwochen 2014 bis 2016 an. Er wird ab sofort unter doppelter Beobachtung stehen.

- Michaela Knapp

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten