Das neue Musiktheater Linz als wichtiges Statement

Lange Jahre war der Einzeiler "Linz reimt sich nicht umsonst auf Provinz“ der Running Gag in der Debatte um das neue Musiktheater in der Stahlstadt. Jetzt trumpft Linz auf.

Nach dreißig Jahren politischer Grabenkämpfe, Grundsatzdebatten, Standortsuche und einer von der FPÖ angestifteten Bürgerbefragung, befindet sich die neue Oper am Volksgarten nun im Eröffnungstaumel, der die künftige Spartenvielfalt abbildet: Von einem La-Fura-dels-Baus-Spektakel über die Phil-Glass-Opern-Uraufführung "Spuren der Verirrten“ bis zu den "Hexen von Eastwick“ als Musical reicht das Programm.

Immerhin gilt es mit dem strahlenden Strebenbau des Briten Terry Pawson eine der modernsten Bühnen der Welt zu feiern. Übrigens nur eine Stunde 20 Minuten gemütliche Bahnfahrt von Wien entfernt! Linz hat nun sogar die Hamburger Elbphilharmonie überrundet - deren Eröffnung gerade auf 2017 verschoben wurde - und blieb zudem im Budget von 180 Mio. Euro. Innerhalb kürzester Zeit wurde damit in Österreich nach dem Festspielhaus Erl ein zweites Musiktheater eröffnet. Gegen alle Misstöne und Angriffe der FPÖ, die selbst noch vor der Eröffnung das Haus in parteipolitischer Polemik gegen den Sozialbereich auszuspielen versuchte. Das ist weit mehr als ein Statement zu Kultur als Standortfaktor. Auch das muss einmal inmitten der Diskussion um Subventionskürzungen und gedeckelte Kultur-Budgets gesagt werden.

- Michaela Knapp