Das Endspiel hat begonnen

Das Endspiel hat begonnen

Allen Beschwichtigungsversuchen seit dem vergangenen EU-Gipfel zum Trotz, geht das unschöne Spiel an den Anleihenmärkten weiter.

In den vergangenen Tagen haben sich die Abwärtsspirale und die Flucht aus den Problemstaaten sogar beschleunigt. Abzulesen ist das an galoppierenden Anleihen-Renditen: Am Montag stiegen die Zinssätze für zehnjährige spanische Staatsanleihen auf 7,55 (!) Prozent. Italien musste für seine Langläufer bereits über 6,4 Prozent bezahlen. Spanien hat den Zugang zu den Märkten damit verloren, helfen kann jetzt nur noch ein Eingreifen der EZB oder des EFSF durch direkte Anleihenkäufe.

Zeitgleich drohen an der „Großbaustelle“ Athen die Euro-Lichter gänzlich auszugehen. Die Signale aus Berlin und vom IWF sind unmissverständlich: Werden die Sparzusagen nicht auf Punkt und Beistrich eingehalten, ist die Staatspleite und ein GrEXIT nicht mehr zu verhindern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Troika dieser Tage den Gläubigern reporten wird, dass Athen meilenweit von den Versprechungen entfernt ist. Das war’s dann!

Der Euro dankt das Schulden-Theater mit täglich neuen Tiefs. Gegenüber dem Dollar notiert die Gemeinschaftswährung auf einem Low seit Juni 2010, gegenüber dem Yen sogar auf dem tiefsten Stand seit November 2000. In Australien markiert der Aussie-Dollar ein Euro-Allzeithoch. Die Fluchtbewegung aus der Eurozone wird zum Megatrend.

Diese bittere Gewissheit sickert auch an den Börsen Anlegern wieder ins Gedächtnis. Am deutlichsten wird das an den Handelsplätzen in Mailand und Madrid, wo am Montag ein Crash die Notierungen auf die Levels von März 2009 drückt.

Investoren sollten sich daher auch an etablierten Börsen auf ruppige Zeiten und fallende Kurse einstellen. Scheuklappenmentailität hat noch nie funktioniert.

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