Das Dschungelcamp ist angekommen

Das Dschungelcamp ist angekommen

Von wegen Unterschichtsprogramm. Wenn einem selbst ein Kunstkurator zuraunt, dass er vom ORF-Kulturmontag zum RTL-Dschungelcamp gezappt sei, kann man nur sagen: Das Dschungelcamp ist mitten in der Gesellschaft angekommen.

Ein Massenphänom auf allen Ebenen. In der achten Staffel ist die Ekelshow, die D-Promis in der australischen Wildnis zu Prüfungen wie Hirschsperma-Trinken oder Fischaugen-kauen antreten lässt, in Bestform und auf Rekordkurs: Um die acht Millionen Deutsche und 300.000 Österreicher sehen durchschnittlich zu. Für Trendforscher Matthias Horx nicht verwunderlich: "Wir sind nun mal schadenfreudig. Wenn dieses Format sich abgenutzt hat, wird es ein neues geben, in dem Menschen vorgeführt werden.“ Egal ob zum Spaß, mit ausgeprägtem Hang zum Fremdschämen oder als gesellschaftliches Sittenbild konsumiert, das Dschungelcamp hat nun jenen Effekt geschafft, den "Wetten dass“ schon lange nicht mehr hat: Es wurde zum virtuellen Gemeinschaftsmedium durch die Unterhaltung darüber.

Bonustrack ist diesbezüglich die Kärntner Superzicke Larissa Marolt, die sich verhaltensoriginell zum Negativ-Superstar inszeniert und zeigt, wie man die Netzwerk-Medien-Kultur mit "Personality“ füttert. Beschleuniger sind die sozialen Netzwerke, die nicht unähnlich dem Camp funktionieren. Auch in der "Ruhm-Maschine“ Facebook (© Horx) machen sich viele zum Affen, um ihren Beliebtheitsgrad zu steigern.

- Michaela Knapp

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