Chinesisches Fondue: Herbert Hacker über das angesagteste China-Restaurant in Wien

Früher hieß das Lokal „Liu“ und wurde fast ausnahmslos von Chinesen frequentiert. Und die delektierten sich vorwiegend an ziemlich ungewöhnlichen Spezereien aus dem Reich der Innereien, an klein geschnittenen Schweinsohren und geschmorten ­Entenmägen, aber auch an herrlichen Fondue-Varianten mit einem großen Suppenkessel in der Mitte des Tisches.

Inzwischen hat Besitzer Chang Jiang Liu sein kulinarisches Hardcore-Eta­blissement völlig umbauen lassen und begrüßt nun täglich auch eine wachsende Zahl an Nicht-Chinesen. Nicht ohne Grund: Das „Liounge“ (ein Wortspiel aus Lounge und Besitzername) ist momentan eines der interessantsten und angenehmsten China-Lokale der Stadt.

Das Ambiente ist im Raumschiff-Enterprise-Stil ganz in Orangerot gehalten, mit Bullaugenfenstern, großen Lüftungsrohren und Designer-Lampen. Neben einem hervorragenden geschmorten Taschenkrebs (in Wien kaum sonstwo zu bekommen) und einigen Innereiengerichten besteht die kulinarische Hauptattraktion aus den genannten Fondue-Varianten mit Lamm-, Rind-, Fisch- und Hühnerfleisch. Alles von exzellenter Qualität. Dabei stellt der Kellner den Suppentopf (mit Rindersehnen-, Flugenten- oder Fischkopfsuppen) auf einen kleinen Gaskocher mitten auf den Tisch und erklärt auf Wunsch auch die Funktionsweise. Vom Buffet in der Mitte des Lokals können noch zusätzliche Garprodukte geholt werden.

Und weil der Laden so gut läuft, will der Besitzer jetzt noch einen Zahn zulegen. Künftig wird es auch selbst gemachte Frischnudeln und noch mehr exotische und in Wien kaum bekannte Suppenvarianten geben. Die ­Kulinarik-Hipsters aus Wien und der chinesischen ­Community stürmen bereits das „Liounge“. Großartig.

Name: Liounge
Adresse: 1060 Wien, Gumpendorfer Str., Tel.: 01/586 36 73
Öffnungszeiten: Mo-So 11 bis 14.30, 17-24 Uhr
Preise: Preis für ein Fondue inklusive Vorspeise ca. 15 Euro

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten