Charme der anderen Art: Herbert Hacker
über das „Skopik & Lohn“ in Wien

Das Skopik & Lohn im 2. Wiener Gemeindebezirk ist schon seit geraumer Zeit eines der besten und charmantesten Szene-Beisln der Stadt. Wirt Horst Scheuer zelebriert hier eine gänzlich unaufgeregte, aber durch und durch stimmige Gastronomie.

Seit kurzem steht in dem sympathischen Lokal mit der dominanten Deckenbemalung ein neuer Koch am Herd: Alexander Mayer, ein Haudegen der Küchenszene mit einem Hang zu Kurzzeitauftritten. Mayer, zuletzt beim Pfarrwirt in Grinzing, wechselt so gerne seine Arbeitsstätten wie andere die Küchenschürze.

Ein lauter Auftritt ist es diesmal nicht. Das Skopik & Lohn ist vom Konzept her kein Ort, wo sich ein gefeierter Koch mit akrobatischen Küchenkreationen verwirklichen kann. Und das ist gut so. Mayer gibt eine Küchenlinie vor, die den „unwienerischen“ Charme des Lokals bestenfalls noch unterstreicht. Und so ist das Skopik & Lohn mehr eine Brasserie als ein Wiener Beisl – mit einer Küche, die Österreich und Frankreich angenehm verbindet: Makrelen-Rillette, Steak Frites, Knusprige Blutwurst, Wiener Schnitzel vom Kalb.

Auch die Preise sind erfreulich: Eine wirklich gut gemachte „Foie Gras de Canard“ um acht Euro ist ein Paradebeispiel für ein gelungenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Selbst das üppig dimensionierte Steak mit Pommes im Silberkelch ist mit 22 Euro allemal moderat kalkuliert.

Solche Lokale haben Seltenheitswert und leben hauptsächlich von der Atmosphäre – und in diesem Fall auch von einem hohen Küchenstandard.

NAME: Skopik & Lohn
ADRESSE: 1020 Wien, Leopoldsgasse 17, Tel.: 01/2198977
ÖFFNUNGSZEITEN: tägl. 18–1 Uhr
PREISE: Vorspeisen bis 8, Hauptspeisen bis 22 Euro

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