Causa Eurofighter: Kronzeuge gesucht!

Causa Eurofighter: Kronzeuge gesucht!

In der Eurofighter-Affäre tut sich was: Kontoöffnungen in sieben Ländern und Razzien in drei Staaten geben Hoffnung.

Es geht um Schmiergeld- beziehungsweise Kickbackzahlungen. In Österreich und Deutschland stehen etwa 30 Personen auf der Liste der Verdächtigen. Die Anzahl an Mitwissern ist groß und somit ideal, um einen glorreichen Paragrafen in der Strafprozessordnung erfolgreich einzusetzen: die Kronzeugenregelung.

Richtig, die Staatsanwaltschaft Wien sucht nach dem großen Kronzeugen in der Abfangjäger-Affäre. Denn bis dato sind die Ermittlungen im größten Rüstungsskandal der Zweiten Republik noch meilenweit von der Anklage entfernt. Zwar wurden viele brisante Indizien gesammelt, die den Korruptionsverdacht erhärten, darunter Briefe, Überweisungsbelege und die Aussage eines italienischen Finanzbetrügers – aber nicht mehr. Der Justiz fehlt noch immer die eine Person, die den geheimen Code of Corruption kennt. Der entscheidende Hinweis fehlt, um klipp und klar eine Anklageschrift zu erstellen.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass einer der 30 auspackt. Schlaue Strafverteidiger beraten ihre Mandanten in diese Richtung. Weil die Ermittler noch am Anfang sind, haben Kronzeugen viel zu gewinnen: die Befreiung von jeglicher Strafverfolgung. Dafür muss man rasch dabei sein. Denn wer das Schweigekartell zu spät bricht, hat viel zu verlieren: Es drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Die Telekom-Affäre zeigt, was möglich ist. Die erste Anklage ermöglichte der Kronzeuge, und weitere werden folgen. Im Gegenzug wird der Geständige nicht mehr strafrechtlich verfolgt – eine Win-win-Situation.

- Ashwien Sankholkar

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