Burgstaller verspekuliert sich

Klaus Puchleitner über die Möglichkeit, dass Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller rasch den Weg ihres Finanzlandesrates beschreitet und zurücktritt.

Was kann Gabi Burgstaller gewinnen, wenn sie die skandalbelastete SPÖ in vorgezogene Landtagswahlen führt? Antwort: nichts. Denn tut sich nicht doch noch eine gröbere ÖVP-Involvierung in die Affäre auf, dürfte der nächste Salzburger Landeshauptmann den Umfragen nach kaum von den Roten kommen. Zum Skandal dann auch noch mit dem Nimbus einer womöglich drastischen Wahlniederlage behaftet, wäre die bisherige Hoffnungsträgerin der Bundes-SPÖ politisch wohl tot.

Aber das Langzeitgedächtnis des Wahlvolkes ist wenig ausgeprägt, die Menschen vergessen schnell. Burgstaller könnte daher rasch zurücktreten, zumindest rechtzeitig vor der Neuwahl des Landtages. Mit viel Geschick ließe sich das als höchst respektabel verkaufen. Dann könnte sie nach einer Abkühlphase, die sie abwartend in einem der schönen Salzburger Parks mit Taubenfüttern oder sonstwo zwischengeparkt verbringt, unbeschädigt und erholt für neue Politaufgaben zurückkehren. 2016 etwa, wenn wieder der Bundespräsident gewählt wird. Oder sogar früher, sollte die Nationalratswahl für die SPÖ komplett schiefgehen und die Suche nach einem Parteichef starten.

- Klaus Puchleitner

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